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Sendeplatz

Das Programmieren von Fernseh- (und ähnlich auch von Radio-) Programmen besteht im Wesentlichen in der Kunst, ein Publikum, das eine Präferenzsendung oder Sendungsgattung gesucht oder sich an einen festen Sendeplatz gewöhnt hat, auf dem es Sendungen eines gewissen Typs finden kann, mit solchen Angeboten an dieses Wissen zu binden, so dass es sein alltägliches Verhalten darauf ausrichten kann - sprich: nicht ändern muss. Sonntagsabends ist ARD-Krimi-Zeit, und es ist dann sekundär, ob Tatort, Polizeiruf 110 oder Stahlnetz läuft. Sendeplatzwissen richtet sich auf bestimmte Genres, auf Inhalte einer eigenen Art und auf besondere Gratifikationen, die diese ermöglichen. Das Wissen um Sendeplätze steuert Zuwendung, Neugierde, Einschalten, es ritualisiert und gliedert Alltagszeit und -verhalten. Da die Zuweisung von Sendezeiten mit den Alltagszeiten der Zuschauer koordiniert werden muss, kann der Sendeplatz auch eine Exklusivität von Teilpublika produzieren (Tagessendungen erreichen nur solche Zuschauer, die Gelegenheit zur TV-Nutzung haben, sehr spät programmierte Sendungen wenden sich an Publika, die nicht durch feste Arbeitszeiten gebunden sind etc.).
 

Referenzen