Metainformationen zur Seite

Shakai-mono

auch: Shakai-mondai-mono; Shakai-geki; von japanisch shakai = „Gesellschaft, Sozial-“ + mono = „Geschichte, Erzählung, Spielfilm; eigentlich: -Ding“: „Spielfilm über gesellschaftliche oder soziale Themen“, „soziologischer Film“

Mit shakai-mondai ist ein „gesellschaftliches Problem“ gemeint, und das verwandte Shakai-geki bezeichnet ein Sozialdrama auf dem Theater. Donald Richie hat darauf aufmerksam gemacht, dass es unter japanischen Regisseuren nicht üblich sei, sich mit kontrovers oder kritisch diskutierten aktuellen sozialen Problemstellungen filmisch zu befassen. Als Ausnahmen werden Akira Kurosawa (1910-1998), Tadashi Imai (1912-1991), Masaki Kobayashi (1916-1996) und Nagisa Oshima (1932-) genannt. Von Kurosawa, der trotz seiner internationalen Bekanntheit und Wertschätzung immer ein Außenseiter im japanischen Filmwesen geblieben ist, stammen shakai-mono wie z.B. Warui yatsu hodo yoku nemuru (The Bad Sleep Well, 1960): Um sich zu rächen, heiratet ein junger Aufsteiger die Tochter eines korrupten Managers, der für den Tod seines Vaters verantwortlich ist. In Ikimono no Kiruku (Ein Leben in Furcht, 1955) fürchtet sich ein Firmenpatriarch derartig vor einem Atomkrieg, dass er mit seiner Familie nach Südafrika auswandern will. Wie zu erwarten, wird er für völlig geistesgestört angesehen. Shakai-monos gibt es bis heute: Sicher wird man insbesondere auch neuere Filme wie Hirokazu Kore-edas Dare no shiranai (Nobody Knows, 2004) als gelungene Formen der soziologischen Investigation in die moderne japanische Gesellschaft und ihre Probleme ansehen können.

Literatur: Richie, Donald: A hundred years of Japanese film: a concise history, with a selective guide to videos and DVDs. Tokyo / New York: Kodansha International 2001, S. 166-167.
 

Referenzen