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Sitzplätze im Kino

Ähnlich wie im Theater waren (und sind) die Sitzplätze im Kino gestaffelt. (1) Logenplätze waren abgeteilt vom übrigen Raum. (2) Sperrsitze waren die Sitzreihen im hinteren Teil des Kinos und unterschieden sich von den davor befindlichen Reihen oft, weil sie gepolstert waren. Der Sperrsitzbereich war meist gegen den Rest des Saales abgesperrt. (3) Die Sitze im Parkett waren die vorderen, oft ebenerdigen Sitze in dem Bereich vor der Leinwand. Die Bezeichnung entstammt dem Frz. (parquet) und meint einen abgesonderten, bestimmten Personen vorbehaltenen Raum (z.B. für Richter und Staatsanwälte vor Gericht). Schon im Theater sind damit die vorderen Plätze des Parterre bezeichnet worden. (4) Die allerersten Reihen, die zum Parkett gehörten, wurden oft Rasiersitze genannt, weil man den Kopf anheben musste, um das Bild zu sehen, als wolle man sich rasieren lassen. (5) Daneben gab es in manchen Kinos die Ränge (oft auch: Balkon, Empore) – billigere Sitze in schlechterer Luft. Ränge entstammen der Tradition des Rangtheaters, bei dem sich bis zu fünf Emporen übereinander schichteten. Dabei war die Lage der Empore mit der sozialen Schichtung des Publikums koordiniert – je weiter nach oben und je weiter man zu den Seiten kam, desto niedriger war der soziale Stand der Zuschauer (und desto niedriger auch der Eintrittspreis). Die verschiedenen Ränge hatten im Theater und auch in manchen Kinos getrennte Aufgänge.
Die verschiedenen Sitzbereiche hatten lange unterschiedliche Preise. Ein Einheitspreis wurde erst in den 1970er Jahren üblich. Anders als im Theater waren die begehrteren und teureren Sitzplätze nicht in der Nähe der Leinwand, sondern im Hintergrund des Vorführsaals angeordnet und werden bis heute als Loge bezeichnet. 
 

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