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Skulptur und Film

So sehr sich die Skulptur als Form der Raumkunst gegen die Darstellung im Zeitmedium des Films zu sträuben scheint, so sehr erwies sich die Repräsentation des skulpturalen Raums als Herausforderung, filmische Lösungen dafür zu finden. Wenn man sagt, dass eine Skulptur durch ihren Umgebungsraum beschrieben wird, und wenn man davon ausgeht, dass ihre Aneignung durch das Herumgehen, vielleicht sogar die Berührung geschieht, so scheint es nahezuliegen, die Kamera als Auge des Betrachters zu führen (wie etwa in der berühmten Skulpturen-Szene in Truffauts Jules et Jim, Frankreich 1962). Dabei geht es meist um die Kollision zweier Aneignungsweisen – diejenige der begehenden Aneignung und diejenige in der Vermittlung durch die Kamera. Der filmische Apparat der Repräsentation – in Form von Ton- und Musikuntermalung, unter Umständen von performativen Elementen – wird zusätzlich ins Spiel gebracht.
Ein Sonderfall des Themenkreises sind Filme, die Gebäude porträtieren – man denke an Toute la Mémoire du Monde (Frankreich 1956, Alain Resnais) oder an La Ville Louvre (Frankreich 1990, Nicolas Philibert).

Filme: Witch's Cradle Outtakes (USA 1943, Maya Deren); Visual Variations on Noguchi (USA 1945, Marie Menken); Figures in a Landscape (USA 1954, Dudley Shaw Ashton); Birds (Großbritannien 2001, Daria Martin).