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slugfest

auch: slug-fest;

Slug ist ein englisches, wohl aus den nordischen Sprachen übernommenes Dialektwort (Verb oder Substantiv), das nachweislich seit den 1830er Jahren die Bedeutung „hart zuschlagen, prügeln“ hat. Noch im ausgehenden 19. Jahrhundert scheint es in die Sprache der Unterwelt gelangt zu sein. Der Ausdruck slugfest (mit dem Suffix -fest als Kürzung aus Festival, wie deutsch „besondere Zusammenkunft, Fest“) steht im Amerikanischen seit etwa 1910 für einen harten Wettkampf, etwa einen wüsten, ursprünglich mit bloßen Fäusten ausgeführten Faustkampf. Von dort ist er in die Sportsprache aufgenommen worden und wird dort vornehmlich in den Bereichen Boxen und Baseball (bei vielen Hit-and-Runs) verwendet, beides Sportarten, in denen besonders harte Schläge ausgeteilt werden. In Erweiterung dieser Bedeutung spricht man im Bereich des Films von Slugfest, wenn eine Prügelei beim Boxen bzw. die Schlagfolge beim Baseball das im Sport übliche Maß übersteigt und über längere Zeit fokussiert wird.

Beispiele: Filme mit sportlichem Hintergrund wie Raging Bull (USA 1980, Martin Scorsese) oder Million Dollar Baby (USA 2004, Clint Eastwood), zivilisationskritische Selbstbehauptungsphilosophien wie in Fight Club (Deutscland/USA 1999, David Fincher), Showbusiness-Kritiken wie Robert Aldrichs ...all the Marbles (aka: The California Dolls, 1981) oder brutale Einwanderersagas wie Gangs of New York (USA 2002, Martin Scorsese), aber auch echte Sportfilme auf Video oder DVD wie z.B. der Animationsfilm Slugfest (1999) über Baseball.

Im Bereich des Fernsehens findet die Bezeichnung zunehmend auch auf verbalen Schlagabtausch, etwa in Talkshows und Gameshows, Anwendung.

Literatur: Goldie, Kathryn: Glitter and g-string slugfest: intersections of gender and genre in Gladiators. M.A.-Thesis, University of Queensland 1998; Microfiche, Eugene, OR: Microform Publications, University of Oregon 2001 [über die rollenspielartige TV-Serie Gladiators].
 

Referenzen