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sophisticated comedy

auch: high comedy; im Deutschen als Gattungsbezeichnung gebräuchlich; heute oft auch synonym mit: Screwball Comedy

Amerikanische Variante der Komödie in der relativ kurzen Zeitspanne der frühen 1930er Jahre, seitdem aber immer wieder aufflammend. Im Zentrum stehen Gesellschaftskomödien von exquisiter Eleganz, geschliffenen Dialogen, gestylten Dekors und brillanter Schwarzweiß-Fotografie, die ausschließlich in der upper class spielen. Schauplatz ist oft Europa, insbesondere Paris, und die Welt der Aristokratie. Entsprechend gehören Butler und Zofen ebenso zum Inventar wie dandyhafte Hochstapler mit Lebensart und ausgezeichneten Umgangsformen. Insgesamt stehen Reichtum und formale Opulenz letztlich für den Glamour der Traumfabrik Hollywood selbst. Oft erkunden die Filme die Grenzen, die zwischen den individuellen Bedürfnissen der Protagonisten und den Repräsentationspflichten der Klasse gezogen sind. Regisseure wie Ernst Lubitsch (Trouble in Paradise, 1932, Design for Living, 1933, Ninotchka, 1939), George Cukor (The Philadelphia Story, 1941, Adam's Rib, 1949), Preston Sturges (The Lady Eve, 1941, manchmal Frank Capra (It Happened One Night, 1934) oder auch Frank Borzage (Desire, 1936) haben die wichtigsten Filme der Gruppe gedreht; doch gibt es eine ganze Reihe Filme, die nicht im engeren Sinne zum Genre rechnen (wie Madam Satan, 1930, Cecil B. DeMille). Der raffinierte und luxuriöse Eskapismus der Sophisticated Comedy steht in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem als amerikanischer, weil „demokratischer“ empfundenen Lebensgefühl der Screwball Comedy.

Literatur: Bruno, Edoardo: Pranzo alle otto. Forme e figure della sophisticated comedy. Milano: Saggiatore 1994. – Randall, Dennis Lee: Unfaithfully yours. The dilemma of sophisticated Hollywood comedy during World War Two. PhD-Diss., Athens, GA: University of Georgia 1996 [Mikrofiche, Ann Arbor, Mich.: University Microfilms International].

Referenzen