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sozialer Abwärtsvergleich

engl.: downwardcomparison

Eine verbreitete populäre Wirkungsthese ist diejenige des sozialen Abwärtsvergleichs. Vereinfacht gesprochen: Möchte eine Person sich selbst aufwerten, in dem sie sich selbst vor Augen führt, wie gut sie etwas im Vergleich zu anderen kann, dann vergleicht sie sich mit diesen anderen abwärts. Dieser Vergleich kann einer Person vor Augen führen, dass ihr eigener Zustand auch schlimmer sein könnte oder hätte sein können als er gegenwärtig ist. Das aus der Persönlichkeitspsychologie bekannte (und dort den Formen des „sozialen Vergleichs“ zugerechnete) Phänomen wird auch auf die Nutzungsmotive (als Ensemble von Erwartungen und Gratifikationen) von manchen Formen des Print- und AV-Boulevardjournalismus sowie auf gewisse Showformate angewendet, die aus der Verlächerlichung einzelner Personen oder ganzer Personengruppen (ein Beispiel mag die TV-Reality-Show Bauer sucht Frau, BRD 2005ff, RTL) ihr Unterhaltungspotential gewinnen.

Literatur: Festinger, Leon: A theory of social comparison processes. In: Human Relations 7, 1954, 117-140. – Wills, Thomas A.: Downward comparison principles in social psychology. Psychological Bulletin 90, 1981, S. 245‑271. – Schemer, Christian (2006): Soziale Vergleiche als Nutzungsmotiv? Überlegungen zur Nutzung von Unterhaltungsangeboten auf der Grundlage der Theorie sozialer Vergleichsprozesse. In: Wirth, Werner / Schramm, Holger / Gehrau, Volker (Hrsg.): Unterhaltung durch Medien. Theorie und Messung. Köln: Halem 2006, S. 80-101.