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special episode (2)

Als special musical episodes bezeichnet man Folgen (bislang ausschließlich US-amerikanischer) TV-Serien, die mit den Darstellungskonventionen der Serie brechen und im Stil des amerikanischen Filmmusicals erzählt werden. Die wohl erste Musicalfolge enthielt die Serie I Love Lucy (Lucy goes to Scotland, 20.2.1956). Beispiele finden sich sogar in Kinderserien (wie in der Weihnachtsfolge A Cup o' Tea and a Slice o' Cake der englischen Serie Worzel Gummidge, 27.12.1980), blieben aber seltene Ausnahmen. Erst in der zunehmenden Reflexivisierung der Serien etablierte sich die special episode als seriengängige Form durch. Serien wie Chicago Hope (1994-2000), Xena: The Warrior Princess (1995-2001), Buffy – the Vampire Slayer (1997-2003), That 70s Show (1998-2006), 7th Heaven (1996-2007), Scrubs (2001-10) und Grey’s Anatomy (2005ff) enthielten regelmäßig Musicalfolgen. Derartige Folgen gelten als Beispiele der Genremischung (genre crossing), vor allem aber als Indikatoren einer zunehmenden Selbstthmatisierung des Repräsentationsmodus.

Literatur: Boniberger, Stephanie: Musical in Serie. Von Buffy bis Grey‘s Anatomy. Über das reflexive Potential der süecial episodes amerikanischer TV-Serien. Stuttgart: Ibidem 2013.