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spoilers

von engl.: to spoil „etwas verderben, ruinieren“

Mit dem Warnruf „Spoilers ahead!“ wird in der (englischsprachigen) populären, fanbezogenen Filmkritik gern auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass Leser, die einen gerade angelesenen Text weiterverfolgen, auf Informationen stoßen werden, die eventuell ihr Rezeptionsvergnügen an einem noch nicht gesehenen Film (einer Serienfolge) etc.) schmälern könnten, z.B. dadurch, dass ein Schluss verraten oder eine ungeahnte Wendung im Fortgang der Handlung ausgeplaudert wird. Nicht jeder Rezipient schätzt es, wenn er ungewollt Opfer von derartigen zwangsweisen Prädekodierungen wird, doch lässt sich ein eventuell daraus gewonnenes vorgezogenes Dekodierungsvergnügen durchaus auch als zusätzliche Gratifikation werten. Kollektives Wissen etwa um eine TV-Serie wird so zum sozialen Ereignis – der Fan will mitreden können und tut es auch. Es entwickeln sich – ganz im Sinne des Ansatzes von John Fiske – Formen sekundärer Textualität, in denen Hörensagen teils kollaborative, teils kompetitive Intertexte ausbildet, die der protentionalen Steuerung des Rezeptionserlebens beim eigentlichen filmischen Text dienen. Dabei schärft die vorweggenommene Wiederholung den Blick für anderes – bisher übersehene Beziehungen und unbemerkt gebliebene Einzelheiten erlangen Aufmerksamkeit –, und kann daher durchaus als Informations- und Analysegewinn verbucht werden.
Das Internet dient sich dabei mit speziellen spoiler boards an und hat sogar zu dem Phänomen der false spoilers geführt: Gerüchte über angebliche Handlungskomplikationen, Personenkonstellationen und Ausgänge von Geschichten werden in die Welt gesetzt und fachen den Hype an.

Literatur: Gray, Jonathan: Speculation with spoilers. In: Flow 3,7 (2005); URL: http://www.participations.org/Volume%204/Issue%201/4_01_graymittell.htm.

Referenzen