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Springtitel

engl. flash title

In Stummfilm-Negativen waren die Zwischentitel oft seitenverkehrt mit nur einem oder zwei Kadern einmontiert; für die Herstellung der Vorführkopien wurden sie in der gewünschten Leselänge ausgefahren. Sie waren – zumindest in der Zeit, in der Filme in Bädern eingefärbten wurden – nur Platzhalter für an dieser Stelle einzumontierende Zwischentitel, die parallel zum zweiten Negativ ins Ausland geschickt werden, wenn eine Kopie dort gezogen werden sollte, bzw. die die Kopie begleiteten, wenn diese bereits gezogen ins Ausland ging. Vor Ort kümmerte sich der Vertrieb um das Einschneiden der notwendigen Titel. Die Springtitel konnten mitunter den gesamten Text und sowie graphische Details enthalten, doch waren es meist nur die ersten Worte, die mitunter sogar handschriftlich auf den Film notiert wurden, die die Stelle des Einschneidens markieren. Bei sehr gut erhaltenen Kopien sind die Springtitel nicht einfach Platzhalter, sondern enthalten den Text des Titels sowie seine graphische Gestalt und bilden darum wichtige Hilfen bei der Rekonstruktion der ursprünglichen Gestalt des Zwischentitels.