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Spulenturm

Als Spulenturm bezeichnet man ein Gerüst, das neben oder hinter dem Filmprojektor aufgestellt wird, auf dem zwei Spulen angebracht sind. Typischerweise liegt das Fassungsvermögen von Turmspulen bei 4.000 oder 5.000m Normalfilm, also einer Spieldauer von etwa zweieinhalb bzw. gut drei Stunden. Der Film wird dabei – je nach Aufstellung des Spulenturms gegebenenfalls über Umlenkrollen – von der einen Spule (Abwickelspule) zum Projektor und nach dem Durchlauf durchs Projektorlaufwerk wieder zurück zum Spulenturm geführt, wo er auf der zweiten Spule (Aufwickel‑ oder Fangspule) wieder aufgewickelt wird.  Zur Vorführung liegt der Anfang des Films außen auf der Spule; nach dem Abspiel liegt er jedoch am Kern der zweiten Spule, der Film muss also vor einer erneuten Vorführung zurückgespult werden. Da die Masse eines kompletten Films im zweistelligen Kilogramm‑Bereich liegt, ist diese zu groß, um von der ersten Zahnrolle des Projektors bewegt werden zu können, ohne die Perforation des Films zu beschädigen. Daher besitzen Spulentürme nicht nur an der aufwickelnden, sondern auch an der abwickelnden Spule einen eigenen Antrieb, der die Rotationsgeschwindigkeit je nach Grad der Abwicklung anpasst. Neben Spulentürmen mit vertikal übereinander angeordneten Spulen gibt es auch solche, bei denen die Spulen horizontal nebeneinander oder gegenüber angeordnet sind, letztere nennt man auch Sidewinder.