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Stadt / Stadtdarstellung

Motiv und Schauplatz zugleich. Die im Zug der Industrialisierung entstandene moderne Großstadt gilt als besonders fotogen, ihr wird eine ’natürliche‘ Affinität zur fotografischen und filmischen Ästhetik zugesprochen, die aus dem Zusammenwirken von Architektur, dynamischem Verkehr, Strömen heterogener Bevölkerungen, Licht- und Wettereffekten erwächst, die sich miteinander zur metaphorischen Symphonie orchestrieren lassen. Dieses environmentale Motiv ist in allen filmischen Gattungen (Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilm) präsent. Innerhalb des Spielfilms wird es wiederum in verschiedenen Genres (Thriller, Quartierstudie) und Stilrichtungen (Straßenfilm, Film noir) bevorzugt eingesetzt. Seine Interpretation reicht von lyrischer Euphorie über harsche Gesellschaftskritik am Leben in Trabantenstädten bis hin zu kulturpessimistischer Verurteilung.

Literatur: Vogt, Guntram: Die Stadt im Kino. Deutsche Spielfilme 1900-2000. Marburg: Schüren 2001. – Niney, François / Barre, François: Visions urbaines. Villes d‘Europe à l‘écran. Paris: Centre Georges Pomidou 1994. – Frahm, Laura: Jenseits des Raums. Zur filmischen Topologie des Urbanen. Bielefeld: Transcript 2010 (Urbane Welten. 2.).

Referenzen