Metainformationen zur Seite

Standphotograph

engl.: stills photographer ; in der klassischen Studiophase Hollywoods: unit photographer

Der Standphotograph erstellt für Film- und Fernseh-Produktionen aussagekräftige Bilder der Szenen. Er arbeitet meistens im Auftrag der herstellenden Produktionsgesellschaft. Die Bilder werden zur Werbung, oft als Aushangbilder und als Vorlagen für Kritiken verwendet. Er fertigt außerdem Aufnahmen von Requisiten sowie Porträts der Darsteller und sogenannte Set-Aufnahmen ( production stills ) an, die in Making-ofs verwendet werden. Um die Arbeiten während des eigentlichen Drehs nicht zu stören, wird meist mit geräuschgedämmten Blimp-Kameras gearbeitet. Die dabei entstehenden Aufnahmen garantieren zwar authentische Photographien der Dreharbeiten, allerdings kann der Photograph keinen Einfluss auf den Inhalt seiner Aufnahmen nehmen. Werden Szenen eigens zum Gewinnen von Produktionsaufnahmen nachgestellt (oft mit eigenem Licht und eigenen Posen), verdichtet das Photo idealerweise Raum und Zeit der Szene in einem einzigen Bild. Die Namen der meisten Standpgotographen sind vergessen (zu ihnen gehörten Muky [resp. Muky Munkacsi, der für viele Filme des Spät- und New-Hollywood photographierte], Raymond Voinquel [der mit Carné, Cocteau, Melville und Hitchcock arbeitete], Raymond Cauchetier [Nouvelle Vague] oder Pierluigi Praturlon [neorealistische Filme]).

Literatur: Schifferli, Christoph (ed.): Paper dreams. The lost art of Hollywood still photography. Paris: Ed. 7L / Göttingen: Steidl 2007. – Moser, Walter (Hrsg.): Film-Stills. Fotografien zwischen Werbung, Kunst und Kino . [...] Wien: Albertina / Heidelberg: Kehrer 2016. – Pauleit, Winfried: Filmstandbilder. Passagen zwischen Kunst und Kino . Frankfurt [...]: Stroemfeld 2004.

Referenzen