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Star-Film

1897 gründete Méliès seine Produktionsfirma Star-Film, mit der er bis 1912 über 500 Filme drehte. Zu Beginn war er mit ihnen wirtschaftlich relativ erfolgreich, doch schon bald wurde der wirtschaftliche Erfolg der Firma nicht nur von der Konkurrenz, sondern vor allem von Raubkopierern in den USA bedroht, wo die Filme Méliès durch die Biograph Company vertrieben wurden. Um sich gegen sie zu schützen, fügte Méliès jedem Bild seiner Filme ein Copyright-Zeichen ein (gekennzeichnet auch durch einen fünfstrahligen Stern für den damals neu erfundenen Markennamen „Star-Film“). Um seine Filme in Amerika besser vertreiben und seine Rechte wahren zu können (zumal die Raubkopierer schnell Methoden erfunden hatten, das Copyright-Zeichen zu entfernen), eröffnete die Star-Film im November 1902 zudem ein Büro in New York, das von Méliès' Bruder Gaston geleitet wurde, der im September 1908 die Méliès Manufacturing Company gründete. Doch war der Niedergang der Firma programmiert: In Frankreich erwuchs ihr insbesondere mit der Produktionsfirma Pathé ein starker Konkurrent. Als sich im Jahr 1909 dann deren Vertriebssystem durchsetzte, bei dem die Filme nicht mehr verkauft, sondern verliehen wurden, waren Méliès' teuer produzierte Filme den günstigen, schnell und industriell gefertigten Filmen der Konkurrenz wirtschaftlich nicht mehr gewachsen. Von 1911 an produzierte Méliès eigene Filme nur noch im Auftrag der Pathé, bevor die Filmproduktion 1912 vollends zum Erliegen kam.

Literatur: Kessler, Franz / Lenk, Sabine / Loiperdinger, Martin (Hrsg.): Georges Méliès – Magier der Film­kunst. Basel: Stroemfeld/­Roter Stern 1993 (KINtop. 2.). Darin v.a.: Frank Kessler: Georges Méliès und die "Star Film" – eine Bibliographie (187-201). – Malthête, Jacques: Méliès images et illusions. Paris: Association Exporégie 1996. 
 

Referenzen