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Stereo-Ton / Stereophonie

Das natürliche Hören gestattet es, Tonquellen zu orten, weil der Ton mit geringer Zeitdifferenz auf das eine und das andere Ohr trifft. In der Musikwiedergabe versucht man, durch eine Stereophonie genannte zweikanalige Tonaufzeichnung, die Tonquellen links vom Hörer links, rechte rechts wiedergibt, die Illusion eines naturalistischen Tons zu erzeugen. Die Bell Laboratories hatten das Aufzeichnungsverfahren zur Weltausstellung von Chicago entwickelt (1933). Zunächst waren zwei Aufzeichnungsspuren nötig, bis es 1957 der Westrex Company gelang, zwei Spuren in einer einzigen aufzuzeichnen. Damit begann der Siegeszug der Stereo-Aufzeichnung in der Ton-Industrie.
Das Verfahren wurde nach einem Vorläufer wie Fantasound (1940) schnell auch im Kino angewendet. House of Wax (1953) war der erste vollständig stereophon produzierte Film. Der Stereoton wurde schnell zu verschiedenen Surround-Formaten weiterentwickelt, löste ihn aber erst in den späten 1970er Jahren mehr oder weniger ab. 

Literatur: Siegert, Bernhard: Die Spur der Fliege. Eine kleine Diskursanalyse des Stereosounds im Film. In: FAKtisch. Hrsg. v. Peter Berz, Annette Bitsch u. Bernhard Siegert. München: Fink 2003, S. 183-191. – Baumann, Dorothea (Hrsg.): Mono - Stereo – Quadro. Die Aufnahme und Wiedergabe von Musik. Hrsg. von Radio DRS. Basel: F. Reinhardt 1986. – Drechsler, Georg [Red.]: Mehrkanaltontechnik im Fernsehen. Entwicklung – technische Grundlagen – Produktions-, Übertragungs- u. Wiedergabeprobleme. Mainz: Zweites Deutsches Fernsehen, Information u. Presse, Öffentlichkeitsarbeit 1981 (ZDF-Schriftenreihe. Technik. 27.). – Hugonnet, Christian / Walder, Pierre: Stereophonic sound recording. Theory and practice. Chichester [...]: Wiley 1998.
 

Referenzen