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Supermarionation

Kurzwort für: Super Marionette Animation

Supermarionation ist eine spezielle Technik zum Führen von Marionetten. Der Begriff wurde von Gerry Anderson geprägt (wahrscheinlich in Anlehnung an Ray Harryhausens Stop‑Motion‑Technik Super Dynamation), der die Technik zusammen mit seiner Frau Sylvia Anderson in TV-Serien wie Stingray (1964-65) oder Captain Scarlet and the Mysterons (1967-68) anwendete. Bis heute bekannt ist Thunderbirds (1965-66) mit seinen Miniaturisierungs-Effekten.

Die in der Supermarionation eingesetzten Marionetten sind mit besonders dünnen Fäden versehen, die kaum zu sehen sind. Außerdem besitzen sie bewegliche Augen und Münder, die eine zur Sprache synchronisierte Bewegung ermöglichen. Die Mundbewegungen werden durch einen Elektromagneten bewirkt. Durch den Einbau des Magneten und der zugehörigen Mechanik für die Augen mussten die Köpfe der Puppen in der Anfangsphase zunächst etwas überdimensioniert werden. Nach Captain Scarlet and the Mysterons wurde die Magnetspule in den Körper der Puppe verlegt, so dass die Köpfe wieder die richtigen Proportionen aufweisen konnten. Da die weiteren Bewegungen der Marionetten nicht ebenfalls elektrisch gesteuert werden konnten, fanden deren Handlungen zumeist innerhalb von Räumen oder Fahrzeugen statt, wo nur wenig raumgreifendere Bewegungen notwendig waren. In den Filmen werden bei verschiedenen Großaufnahmen zudem die Hände und Arme der Marionetten durch echte Menschenhände und ‑arme dargestellt.

Literatur: Garland, David: Pulling the strings. Gerry Anderson‘s walk from ,Supermarionation‘ to ,Hypermarionation‘. In: Channeling the future. Essays on science fiction and fantasy television. Ed. by Lincoln Geraghty. Lanham/Toronto/Plymouth: The Scarecrow Press 2009, S. 61-64. – La Riviere, Stephen: Filmed in Supermarionation. A history of the future. Neshannock: Hermes Press 2009. – Vollmert, Christina: Supermarionation. Am Beispiel von Thunderbirds und Team America: World Police. München: GRIN Verlag 2010.