Metainformationen zur Seite

Surfen im Film

engl.: surf film, surf flick, surf movie, auch: surfer film; von engl. surf = „Brandung“, davon das Verb to surf = „wellenreiten, surfen“

Das quasi-dokumentarische Surf movie im engeren Sinne versucht, das ästhetische Erlebnis sportlicher Anpassung des menschlichen Körpers und des Sportgeräts an die Naturgewalten von Wellen und Brandung an speziellen Stränden Kaliforniens, Floridas, Mexikos, Hawaiis oder Australiens visuell einzufangen bzw. so zu konstruieren, dass sich das Hochgefühl des erfolgreichen Surfers dem Betrachter, der in der überwiegenden Zahl der Fälle selbst Sportler ist, mitteilt.
Die Geschichte des Surfer-Films im weiteren Sinne führt von quasi-existentialistischen, mit Jazzmusik unterlegten Mann-&-Meer-Geschichten in den 1950er Jahren (Bruce Brown mit seinen zahlreichen Arbeiten, die ihm den Beinamen eines kalifornischen „Fellini of Foam“ eingetragen haben, z.B. Slippery When Wet, 1958) über die bunte Flower-Power-Kultur der Hippies in den 1960er und 1970er Jahren bis zur coolen Strand-Lifestyle- und Konsumentenkultur der 1980er und 1990er Jahre inklusive eines verkappten Voyeurismus im Stil der Bikini-Shows von Bay Watch (z.B. 7 Girls - An All Girl Surf Film, 2001: „7 Girls, 9 Islands, 6 Boats, 56 Bikinis“). Im Trend liegen inzwischen zielgruppengenaue Produktionen wie das Frauensurf-Movie (z.B. Blue Crush, 1998, Bill Ballard, oder The Heart of the Sea: Kapolioka‘ehukai, USA 2002, Lisa Denker & Charlotte LaGarde), die herausragende Sportlerinnen als Protagonisten fokussieren. Als Motive und als Hintergrundhandlung wird das Surfen auch in Filmen mit ganz anders intendierten Spielhandlungen eingesetzt, von der Rekonstruktion des Zeitgeistes der 1960er Jahre (Summer City, aka: Coast of Terror, Australien 1977, Christopher Fraser) über Teeniefilm-Motive (wie in der TV-Serie Surf Girls, 2003), Okkultismus-Märchen (Mad Wax – The Surf Movie, Australien, 1987, Michael Hohensee), Surf-Samurai-Western (Big Wednesday, USA 1978, John Milius) und Film Noir (Red Surf USA, 1990, H. Gordon Boos) bis hin zu absurdem Endzeit-Trash (Surf Nazis Must Die, USA 1987, Peter George).

Literatur: Beattie, Keith: Sick, filthy, and delirious: surf film and video and the documentary mode. In: Continuum. Journal of Media & Cultural Studies 15,3 2001, S. 333-348. – Jaggard, Ed: Chameleons in the surf. In: Journal of Australian Studies 53, 1997, S. 183-191 [Nutzertypologie]. – Skinner, James / Gilbert, K. / Edwards, A. (eds.): Some like it hot: the beach as a cultural dimension. Aachen [u.a.]: Meyer and Meyer Sport 2003.
 

Referenzen