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Tableaux vivants II: Filmgeschichte

dt.: lebende Bilder, engl.: living pictures, living paintings

Tableaux vivants
ist eine kunsthistorische Bezeichnung für Figuren und Posen, aber auch für Genre-Szenen historischer Ereignisse, die sowohl dokumentarischen als auch allegorischen Charakter haben. In Anlehnung an die Malerei bzw. an Zeichnungen in illustrierten Zeitschriften wurden solche Szenen von Schaustellern im 19. Jahrhundert mit lebenden Schauspielern als „lebende Bilder“ vorgeführt, während Fotografen wiederum lebende Bilder als Dia- oder als Filmaufzeichnungen festhielten, um sie in einer Laterna-Magica-Schau oder im Kintop vorzuführen. Die Biograf z.B. vertrieb Ten Nights in a Barroom (1901) sowohl als Diaprogramm und als vier einzeln zu kaufende lebende Bilder auf Film. Von 1895 bis ca. 1905 blieben die tableaux vivantes im Kino ein beliebtes Genre. Hauptpraktiker in Frankreich war Ferdinand Zecca (Pathé). In Amerika drehte vor allem die Edison Company Filme nach diesem Muster; zu ihnen zählen Freedom of Cuba (1898), The Congress of Nations (1900) und The Four Seasons (1904).