Metainformationen zur Seite
  •  

Taxe spéciale additionelle (TSA)

Kernelement der französischen Filmförderung ist die sogenannte Taxe spéciale additionelle (TSA), eine Filmabgabe, die bereits seit 1948 auf den Verkauf von Kinokarten erhoben wird und die in der Folge auch auf die filmverwertenden Branchen Fernsehen und Video ausgeweitet wurde. Insgesamt flossen somit im Jahre 1998 fast 1,3 Milliarden FF (ca. 195 Millionen _) ohne finanzielle Beteiligung von staatlicher Seite in dem vom Centre National de la Cinématographie (CNC) verwalteten Compte de soutien, wobei Fernsehmittel mit inzwischen knapp 690 Millionen FF (ca. 100 Millionen _) die tragende Säule bilden. Die Mittel stehen einer Vielzahl unterschiedlicher Fördermaßnahmen zur Verfügung, hauptsächlich zur Filmproduktion, aber auch zur Förderung des Vertriebs und zur Unterstützung der Kinoinfrastruktur. Neben der Abgabe für den Compte de soutien tragen die französischen Fernsehsender noch durch staatlich vorgegebene Produktionsverpflichtungen zur Unterstützung der französischen Filmwirtschaft bei: Öffentlich‑rechtliche und private Free‑TV‑Sender müssen jährlich 3% ihres Umsatzes in Koproduktionen oder den Vorabankauf neuer französischer Filme investieren, der Pay‑TV‑(Spielfilm)Sender Canal Plus sogar 20%. Zwar können die Sender damit die Sperrfristen für eine Fernsehverwertung von Spielfilmen verkürzen, dennoch unterliegen sie – als Schutzmaßnahme für die Kinos – numerischen und zeitlichen (z.B. Primetime-)Beschränkungen bei der Programmierung von Spielfilmen im Fernsehen. Seit Mitte der 1980er existieren in Frankreich darüber hinaus mit IFCIC, einen Garantiefonds zur Abdeckung von Kreditrisiken, und SOFICA Aktiengesellschaften mit beachtlichen Steuervergünstigungen für Filminvestionen, zwei finanzwirtschaftliche Mechanismen zur Steigerung des Investionsvolumen in die Filmwirtschaft.

Literatur: Bisselik, Sonja: Französische Filmpolitik: Erfolg durch Förderung? Maßnahmen zur Föderung von Filmproduktion, ‑vertrieb und ‑abspiel in Frankreich. In: Media‑Perspektiven, 9, 1999, S. 492‑499.

Referenzen