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Technicolor I: Zwei-Farben-Technicolor

Im Jahre 1915 gründeten Herbert Kalmus, David Comstock und W. Burton Wescott die Technicolor Motion Picture Corporation. Ihr erstes Farbverfahren war ein additives Zwei-Farben-System, wobei das Licht mittels eines Spezialspiegels durch rote und grüne Filter gespalten und auf Schwarzweiß-Negativfilm belichtet wurde. Bei 32B/S gefilmt, wurden die nebeneinander liegenden SW-Kader mit roten und grünen Filtern dann vorgeführt, um in der 16B/S-Projektion ein Farbbild zu erzeugen, ähnlich dem Kinemacolor-Verfahren. Im Jahre 1917 drehte die Firma in Florida The Gulf Between als ersten Spielfilm. Ab 1922 führte Technicolor ein subtraktives Verfahren ein, wobei das Licht zwar durch Rot-Grün-Filter gespalten wird, dann aber zwei spiegelbildlich zueinander stehende Negative belichtet. Von den Negativen wurden dann rot/grün eingefärbte Positive auf einen Träger mit der halben Stärke eines Normalfilms belichtet, die dann zusammengeklebt wurden. So hatten beide Seiten der Filmkopie eine Emulsionsschicht, um ein Farbbild zu projizieren. Obwohl Technicolor den Film Toll of the Sea (1923) herausbrachte, konnte die Firma Hollywood nicht vom Wert des neuen Verfahrens überzeugen. Es entstanden lediglich einzelne Farbsequenzen in Filmen wie The Merry Widow (1925), Phantom of the Opera (1925) und Ben Hur (1926). Nur Douglas Fairbanks wagte mit The Black Pirate (1926) einen Spielfilm in ganzer Länge in Technicolor. Als technischer Mangel erwies sich aber, dass sich die Schicht auf der Lampenseite durch die Hitze der Vorführung schnell verzog und Rollen ständig ausgetauscht werden mussten. Um diesen Mangel zu beheben, wurden ab 1927 Matrizen der roten und grünen Skala hergestellt, die dann als Schablone dienten, um das Zweifarbenbild auf Zelluloid (ohne Emulsion) zu drucken.