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teensploitation

engl. Kofferwort aus: teen(ager)s + exploitation = Ausbeutung

Teensploitation-Filme sind bestrebt, jugendkulturelle Verhaltensweisen, Wertordnungen und Interessenlagen sowie bestimmte sportlich-modische Betätigungen der Jugend zum Zweck kurzfristiger und intensiver wirtschaftlicher Ausbeutung in dramatisierte Form zu bringen. Die Bedeutung des Ausdrucks bezieht sich dabei auf Jugendliche als filmische Darsteller, als Gegenstände des Films selbst oder auf Teens als intendierte Zuschauer oder auf beides. Wird ein bestimmter Film von der angestrebten Zielgruppe angenommen, kommen schnell thematische Trends mit zahlreichen klischeehaften übersexualisierten Sequels, Nachahmer-Filme mit pubertären Sauf-, Fress-, Rülps- und Furzexzessen, parodistische Versuche etc. auf. So entstanden die zahlreichen jugendlichen Biker-, Skater-, Surfer-, Jugendbanden- und Jugendknastfilme, Slacker-Movies, High-School-Party-, College-Feten- und Teensexkömödien, Horrorfilme vom Teenieschocker bis zu sexuell deviantem japanischen Pinkku und J-Horror, und dazu insbesondere ihre TV-spezifischen seriellen Ausformungen. In der Ausschließlichkeit, mit der solche Filme Parallelwelten konstruieren, in der die Jugendlichen die echteren, lebendigeren, kompetenteren, nicht durch Erwachsene fremdkontrollierten Menschen sind, bieten sie ein Zerrbild der Wirklichkeit und bauen Fronten auf, die den zumeist jugendlichen Betrachtern durchaus gefallen. Zudem geben sie der zuschauenden Klientel die nicht unproblematische Gelegenheit, gezeigte Strukturen bis zu Selbstausbeutung zu perpetuieren.
Bereits der frühe, im aufklärerischen Gestus daherkommende Film Reefer Madness (aka: Tell Your Children, USA 1936, Louis J. Gasnier), der vor den Gefahren des Drogenkonsums warnen sollte und dazu einen Ad-Hoc-Zusammenhang zwischen Kiffen und unverzüglich eintretendem klinischen Wahnsinn herstellte, benutzte die Jugendlichen exploitativ zu Zwecken einer hysterischen, heute bloß noch komisch wirkenden Propaganda, die geradezu klassenbildend wurde und deren Nachklang noch in Catherine Hardwickes Thirteen (2003) zu spüren ist.
Der Ausdruck ‚teensploitation‘ wird häufig gleichbedeutend mit ‚kidsploitation‘ verwendet.

Literatur: Betrock, Alan: The I was a teenage juvenile delinquent rock'n'roll horror beach party movie book: a complete guide to the teen exploitation film, 1954-1969. New York: St. Martin's Press 1986. – Kaveney, Roz: Teen dreams: reading teen film from 'Heathers' to 'Veronica Mars'. London/New York: I.B. Tauris 2006. – Shary, Timothy: Teen movies: American youth on screen. London/New York: Wallflower 2005. – Tropiano, Stephen: Rebels & chicks: a history of the Hollywood teen movie. New York: Back Stage 2005.

Referenzen