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Themenpark

auch: Vergnügungspark; engl.: theme park, amusement park

Ein Themenpark ist ein moderner Freizeit-, Erlebnis- und Vergnügungspark, der in einzelne thematische „Zonen“ oder „Länder“ gegliedert ist. Nach dem Vorbild von Disneyland, in dem dieses Prinzip 1955 zum ersten Mal konsequent umgesetzt wurde, versucht man, in diesen abgegrenzten Arealen des Gesamtparks Mikrowelten zu erschaffen, die durch ihre Geschlossenheit und durch ihre detaillierte Gestaltung emotionale und kognitive Effekte beim Besucher auslösen. Dabei wird auf die ganze Vielfalt des populären Wissens ausgegriffen – neben der Westernstadt, die sich der Inszenierungsweisen des Westerns nicht nur architektonisch, sondern auch in musikalischer Hinsicht, in den angebotenen Attraktionen, Showeinlagen, Verkleidungen der Parkangestellten usw. bedient und zudem Restaurationsangebote macht, die mit „Western“ assoziiert sind, findet sich ein Piratennest, eine Ritterburg, eine spanische Hazienda oder ein arabischer Bazar. Themenparks werden so zu Umschlagplätzen eines populären Wissens über Erlebnis- und Handlungsräume, die auch in den filmischen Genres inszeniert werden. Manchmal – wie in den verschiedenen Disney-Parks – werden sogar Zonen als Erlebnisländer inszeniert, die dem Zeichentrickfilm oder der puren Phantastik entstammen und die gelegentlich die Vorbilder im Film explizit thematisieren.
Als Disney mit der Gründung von Disneyland in Anaheim in Kalifornien 1955 das Prinzip der Themengliederung umsetzte, konnte er auf ähnliche Modelle im Kopenhagener Tivoli, im Fairyland in Oakland (Kalifornien) und auf einigen Weltausstellungen seit der Ausstellung in Chicago 1893, die zum ersten Mal das Amüsement der Besucher in den Mittelpunkt gestellt hatte, zurückgreifen (die Weltausstellungen setzen das Themenprinzip bis heute fort). Gegen die Märchen- und Safariparks, die vor allem in Europa bis dahin vorgeherrscht hatten und die meist als ausflugsgastronomische Attraktionen geführt worden waren, setzten sich die Themenparks durch eine konsequente Durchstilisierung des Angebots sowie durch eine enge Mischung von Vergnügen und Konsum ab. 

Literatur: Adams, Judith A.: The American Amusement Park Industry: A History of Technology and Thrills. Boston: Twayne 1991. – Hendry, Joy: The Orient Strikes Back: A Global View of Cultural Display. New York: Berg 2000. – Sorkin, Michael (ed.): Variations on a Theme Park: the new American city and the end of public space. New York: Hill and Wang 1992.