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town tamer story

dt. etwa: „Bändiger-der-Stadt-Geschichte“

Ein vor allem im Western verbreitetes Motiv ist die Geschichte eines Fremden, der in eine Stadt kommt, die von einer Gruppe von Verbrechern oder von einem diktatorischen Viehbaron terrorisiert wird. Der Fremde nimmt sich der Unterdrückten an, fordert vielleicht sogar die Schurken im Alleingang heraus, um die Stadt wieder in geordnete Verhältnisse zu versetzen. Das narrative Motiv wurde in amerikanischen Filmen der Hochzeit des Westerns wie Dodge City (1939, Michael Curtiz),  My Darling Clementine (1946, John Ford) oder Abilene Town (1946, Edwin L. Marin) über High Noon (1952, Fred Zinneman) oder Man with a Gun (1955, Richard Wilson) bis zu The Man Who Shot Liberty Valance (1962, John Ford) entwickelt, findet sich noch im Italowestern (etwa Per un pugno di dollari, Italien 1964, Sergio Leone). Immer geht es um die Etablierung von Recht und Ordnung, um individuelle Verantwortung und soziale Solidarität der Bürgerlichen, denen die Schurken gegenübergestellt sind. Eigentümlicherweise sind es aber meist einzelne, die den Codex moralischer Werte in heroischer Weise durchsetzen müssen – weshalb der „Gunfighter-Film“ über einen einzelnen Gesetzlosen, der sich dennoch für das Gemeinwesen einsetzt, eine Weiterentwicklung der Town-Tamer-Geschichten ist; ein extremer Fall ist Shane (1953, George Stevens), in dem der town tamer zu einer fast sakralen Figur angehoben wird.

Literatur: Ryan, Cheyney: Print the Legend. Violence and Recognition in The Man Who Shot Liberty Valance. In: Legal Reelism. Movies as Legal Text. Ed. by John Denvir. Urbana, Ill. [...]: University of Illinois Press 1996, S. 23-43. – Smith, Anthony Burke: The Nationalization of the Catholic Imagination. The Westerns of John Ford. In: U.S. Catholic Historian 17,3, Summer 1999, S. 51‑66.
 

Referenzen