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Traumsequenz

Als Traumsequenz bezeichnet man in narrativen Filmen einen Einschub innerhalb der Erzählung, der einen Traum einer Figur darstellt. Unterscheiden kann man dabei zwischen klar geklammerten Traumerzählungen, bei welchen der Betrachter den Ein- und Ausstieg der Figur bezüglich des Traumgeschehens erzählt bekommt sowie nachträglich konstruierten Traumerzählungen, bei denen innerhalb der Montage erst im Nachhinein deutlich wird, dass es sich um den Traum einer Figur gehandelt hat. Als Konjunktionen sind hierbei Schnitte, bei der ersten Form jedoch häufiger verschiedene Arten von Überblenden anzutreffen. Ästhetisch kann die Gestaltung der Traumsequenz von jener der Haupthandlung extrem abweichen und plötzlich phantastische und surreale Elemente in den Film einbinden – genauso kann es aber auch nur subtile Veränderungen in der Darstellung des Traums geben. Traumsequenzen sind per se Innensichten von Figuren und gehören somit zum Spektrum der filmischen Darstellungsmöglichkeiten von Subjektivem (was in manchen Filmerzählungen dazu führt, dass Traumsequenzen zur psychologischen Ausgestaltung von Figuren verwendet und nach Freudschen Kriterien gestaltet werden). Traumerzählungen gehören seit der Frühzeit des Kinos zum Repertoire filmischen Erzählens und tauchen seitdem vor allem als sequenzielles Phänomen innerhalb der Montage auf.

Literatur: Morin, Edgar: Der Mensch und das Kino. Stuttgart: Klett 1958. – Dieterle, Bernard (Hrsg.): Träumungen. Traumerzählungen in Film und Literatur. St. Augustin: Gardez 1998.

Filme: Let Me Dream Again (1900, G.A. Smith); Geheimnisse einer Seele (1926, G.W. Pabst); Spellbound (1945, Alfred Hitchcock); I’ve Heard the Mermaids Singing (1987, Patricia Rozema).
 

Referenzen