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Trickster I: Motivgeschichte

aka: Trixter; engl. für ‚Schwindler, Gauner‘

In vielen Kulturen vorhandene archetypische (Anti-)Heldenfigur in populären anekdotischen, parodistischen und pikaresken Erzählstoffen, häufig in Tiergestalt als Hase, Fuchs, Coyote, Spinne, Schildkröte oder Rabe, aber auch anthropomorphisiert wie der „Alte Mann“, als Schelm wie Till Eulenspiegel oder sogar als Gott im Mythos (z.B. der nordische Loki). Der „aus dem Rahmen fallende“ Trickster, obgleich gierig, skrupellos und von eher zweifelhafter charakterlicher Integrität, gewinnt die Sympathie des Publikums (das eigene Verluste und Versagensängste auf ihn projiziert), weil er als kleines und schwaches, aber schlaues und mit quasi-magischen Kräften begabtes Lebewesen in der Lage ist, viel stärkere und ehrlichere, aber langsamere und dümmlich-ungeschickte Gegner zu narren und letztlich zu kontrollieren und letztlich jede Form von Autorität hinterlistig und ironisch in Zweifel zu ziehen. Dabei zeigt der Trickster seine verschiedenen Gesichter als unschuldiger Tölpel, vorlauter Angeber, hinterlistiger Zerstörer und gottähnlicher Schöpfer; eine Kombination von Qualitäten, wie sie die „unkaputtbaren“ Comicgestalten Wile E. Coyote, Roadrunner und Bugs Bunny (eine direkte Revision des folkloristischen Tricksters Hare bzw. (Brother/Brer) Rabbit ‚Hase‘) aus Tex Averys Zeichentrickfilmen aufweisen.

Literatur: Baron, James R.: Tricksters and typists: 9 to 5 as Aristophanic comedy. In: Classical myth & culture in the cinema. Ed. by Martin M. Winkler. Oxford/New York: Oxford University Press 2001, S. 172-192. – Eliot, Alexander: Myths. New York: McGraw-Hill 1976; Neued.: The universal myths: heroes, gods, tricksters, and others. With contributions by Joseph Campbell and Mircea Eliade. New York/London: Meridian 1990. – Hyde, Lewis: Trickster makes this world: mischief, myth, and art. New York: Farrar, Straus and Giroux 1998.

Referenzen