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true crime movies

Der Verbrecher ist eine öffentliche Figur. Was läge näher, als die Taten, von denen in der Boulevardpresse berichtet wird, zu dramatisieren und zu fiktionalisieren? Die Devise des Taken from the headlines!, die mit dem amerikanischen Gangsterfilm anfangs der 1930er Jahre so populär wurde, hat viel weitere Geltung: Verbrecher wie Bonnie und Clyde, Al Capone und Lucky Luciano gehören seit Beginn des Films zu seinen Sujets. „Jack the Ripper“, der vielleicht bekannteste Massenmörder, der im Herbst 1888 in London fünf Prostituierte bestialisch ermordete, hat von Hitchcocks The Lodger (1926) bis From Hell (2001, Albert Hughes, Allen Hughes) zahllose Filmemacher beschäftigt. Der Thrill einer Tat, die der Filmzuschauer nicht als bloße Fiktion abtun kann, und die freie Spekulation über Psychologie und Motive eines Täters, der unfassbare Verbrechen begeht – beides hat Filmemacher zu jeder Zeit gereizt. Von M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931, nach dem Serienmörder Peter Kürten) über Sugarland Express (1974, über den Häftling Robert Samuel Dent und seiner Frau) und Heavenly Creatures (1994, über einen Familienmord von 1954) bis zu Der Totmacher (1995, nach dem Serienmörder Fritz Haarman) reicht das Spektrum. Eines der berühmtesten Beispiele ist In Cold Blood (1967), der die Geschichte des Mordes an einer Familie in Kansas 1959 und die Pathografie der Täter erzählt. Der gleichnamige Roman von Truman Capote begründete die non-fiction novel als neue literarische Form. In True-Crime-Movies muss es allerdings nicht zwangsläufig um Mörder gehen, auch dem Finanzbetrüger Nick Leeson ist ein Film gewidmet (High Speed - Die Nick Leeson Story, Rogue Trader, 1999). Und der Dokumentarfilm The Killing of America (1981) bietet neben Aufnahmen von Attentaten auf US-Präsidenten auch Interviews mit Serienmördern als Blick auf amerikanische Mentalitäten und Themen.