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TV Movie

Gegenüber der Bezeichnung „Fernsehfilm“, der eine fiktionale, filmisch produzierte Darstellung für das Fernsehen meint, wurde seit 1993 in Deutschland von privatrechtlichen Anbietern (RTL, Sat.1 und ProSieben) der aus den USA stammende Begriff des „TV-Movies“ etabliert, um ihre Filme gegenüber den als ‚betulich‘ geltenden Fernsehfilmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens abzusetzen. Dabei wurde gleichzeitig auf eine an den Sensationsmeldungen der Presse orientierte Geschichte (Gestohlenes Mutterglück, Der Kuss des Killers), eine genrebezogene Aufbereitung (Thriller, Melodram), die Besetzung mit einem Star und einer an Kinoeffekten ausgerichtete Gestaltung mit schnelleren Schnittfrequenzen und wirkungsbezogenen Beleuchtungen gesetzt. Nicht alle „Fernsehfilme“ sind also „TV-Movies“.
TV-Movies sind vor allem weitgehend standardisierte Fernsehfilme, die auf Affekte bei den Zuschauern setzen. Dies hat sie bei der Kritik in Verruf gebracht, obwohl es bei ihnen – wie auch beim Film überhaupt – starke Qualitätsunterschiede gibt.

Literatur: TV-Movies „Made in Germany“. Struktur, Gesellschaftsbild und Kinder-/Jugendschutz. 1. Historische, inhaltsanalytische und theoretische Studien. [Hrsg. v.] Hans J. Wulff. Kiel: Unabhängige Landesanstalt für das Rundfunkwesen (ULR) 2000. – Bleicher, Joan K.: TV-Movies im deutschen Fernsehen der neunziger Jahre. In: epd medien v. 13.11.1999. – Davis, Sam: Quotenfieber. Das Geheimnis erfolgreicher TV-Movies. Bergisch Gladbach: Bastei-Lübbe 2000.

Referenzen