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uncredited

dt. etwa: nicht in den Credits genannt

Hat eine an der Produktion eines Films beteiligte Person keine namentliche Nennung in Vor‑ und Abspann erfahren und wird sie dennoch in Filmographien aufgeführt, dann wird mit dem Zusatz uncredited auf die Nichtnennung im Film hingewiesen. Dass der Akteur ungenannt blieb, mag damit zusammenhängen, dass seine anteilige Leistung zu gering war (wobei die Konditionen für die Nennung vor allem im Studiosystem der USA durch die Gewerkschaften bzw. Berufsverbände vorgegeben sind. Andere Gründe mögen vertraglicher Herkunft sein – so durften zur Zeit des Studiosystems Künstler, die bei einem Filmstudio unter Vertrag standen, nicht an Produktionen eines Konkurrenzstudios mitwirken. Manchmal durften die Akteure aber auch aus politischen Gründen nicht offiziell genannt werden (dazu zählen mit Berufsverbot belegte Künstler in autoritären Staaten oder im Hollywood der  McCarthy‑Ära der frühen 1950er Jahre); in diesen Fällen wurde auf eine Nennung ganz verzichtet oder diese erfolgte unter einem Pseudonym, manchmal auch unter Nutzung eines so genannten „Strohmanns“, der seinen Namen für eine andere Person zur Verfügung stellte, ohne selbst mitgewirkt zu haben. Es finden sich aber auch Beispiele, dass vor allem Stars ihre Beteiligung an einem Film zu verbergen suchen, sei es, weil der Film so schlecht ist, sei es, um den Film nicht durch ihren Namen zu einem star movie zu machen.
Beispiele für die spätere Nennung von uncredited roles sind des öfteren Erstauftritte späterer Stars als Mitglieder der Statisterie (wie Tim Robbins‘ Debüt in Network, USA 1976, Sidney Lumet) oder die nachträgliche Aufwertung von Rollen (wie die Rolle der von Mildred Dunnock gespielten Mutter des Helden, die am Ende von Kiss of Death, USA 1947, Henry Hathaway zu Tode kommt); ein besonders kurioser Fall ist die Rolle der Elsa Lanchester, die in Bride of Frankenstein (USA 1935, James Whale) zwar als Mary Shelley – die Erzählerin des Films – in den Credits ausgewiesen ist, nicht aber als die eigentliche Hauptfigur (The Monster‘s Mate).

Referenzen