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unvollendeter Film

engl.: unfinished film

Einige Filmprojekte konnten aus verschiedensten Gründen nicht zu Ende realisiert werden.
– Aufgrund des Todes von Stars oder Regisseuren. Man denke an Something‘s Got to Give (USA 1962), der nach dem Tod Marilyn Monroes unvollendet blieb (von dem 2001 eine 37minütige Fassung vorgestellt wurde). Man denke im anderen Fall an Pazazerka (Polen 1961/63), der durch den Unfalltod Andrzej Munks abgebrochen wurde, der 1963 aber in einer von Witold Lesiewicz komponierten Fragmentfassung in den Verleih kam, oder man denke an That Lady in Ermine (USA 1948), bei dem Ernst Lubitsch während der Dreharbeiten verstarb – Otto Preminger stellte den Film fertig. I, Claudius (Großbritannien 1937) war ein extravagantes Projekt von Josef von Sternberg, das eingestellt wurde, als die Darstellerin Merle Oberon verunglückte und nie zum Projekt zurückkehrte. Die Rolle der geplanten Hauptrolle musste auf das Maß eines etwas größeren Cameos zurückgeschrieben werden, als die Hauptdarstellerin Aaliyah während der Dreharbeiten zu Michael Rymers Queen of the Damned (USA 2002) bei einem Flugzeugabsturz starb. Truffauts La Nuit américaine (Frankreich 1973) thematisiert das Problem, das der Tod eines Hauptdarstellers während der Dreharbeiten bedeutet. Heute lassen sich u.U. mit Mitteln der Computersimulation Filme trotz verstorbener Darsteller zu Ende bringen (wie The Crow, USA 1993, trotz des Todes von Brandon Lee, oder Gladiator, USA 2000, trotz des Todes von Oliver Reed fertiggestellt wurden, auch wenn in letzterem Fall der Schluss umgeschrieben werden musste und in beiden Fällen einige Szenen mit einem gedoubelten und computer-animierten Darsteller nachgefertigt wurden).
– Für manche Filme kam nie die nötige Finanzierung zusammen (wie Orson Welles‘ Don Quixote, der 1993 zehn Jahre nach dem Tod Welles‘ unvollendet verliehen wurde).
– Bei wiederum anderen Filmen wurde die Finanzierung so deutlich überschritten, dass die Dreharbeiten eingestellt wurden (Queen Kelly, USA 1927, beendete aus diesen Gründen gleichzeitig die Karrieren von Gloria Swandon und Erich von Stroheim). 
 

Referenzen