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Vamp (1)

Kürzung aus engl.: vampire =Blutsauger, blutsaugendes Gespenst (via deutsch und serb.-kroat.)

Der Ausdruck – in der Literatur bereits vor 1911 von Chesterton gebraucht – bezeichnet seit dem Auftreten von Theda Bara (Anagramm aus „Arab Death“, eigentlich Theodosia Goodman) in Frank Powells Stummfilm A Fool Was There (USA 1915, eine Adaption von Rudyard Kiplings Gedicht The Vampire) den Typ der erotisch anziehenden, verführerischen, extravaganten Frau, die um ihre Wirkung weiß und sie kühl berechnend einzusetzen versteht, um eigene Ziele auf Kosten ihrer Männer und Verehrer zu erreichen. Von der femme fatale unterscheidet sie sich nur durch ihre etwas neuere Herkunft aus der Filmgeschichte und den Vergleich mit dem Vampir, denn wie dieser den Menschen das Blut absaugt, verzehrt sie „männermordend“ die Lebenskraft des Mannes. Die Parallele Vamp/Vampir ist filmisch immer wieder aufgenommen worden, so eindrucksvoll bis zum Fetischismus (und wieder anagrammatisch) in Irma Vep (Frankreich 1996, Olivier Assayas).

Literatur: Farmer, Brett: Tracking the vamp: Irma Vep and postclassical cinematic anxiety. In: Postcolonial Studies 3,1 (2000), S. 43-52. – Golden, Eve: Vamp: the rise and fall of Theda Bara. Vestal, NY: Emprise Publ.1996, Nachdr. 1998. – Keesey, Pam: Vamps: an illustrated history of the femme fatale. San Francisco, CA: Cleis Press 1997. – Lowry, Stephen: Vamp. In: Handbuch Populäre Kultur. Hrsg. v. Hans-Otto Hügel. Stuttgart/Weimar: Metzler 2003, S. 457-460. – Staiger, Janet: Bad women: regulating sexuality in early American cinema. Minneapolis: University of Minnesota Press 1995, S. 147-163.
 

Referenzen