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Verspielfilmung

genauer: Verspielfilmung des Dokumentarfilms

Der Einsatz ähnlicher dramaturgischer, ton- und bild-ästhetischer Mittel, die zunehmende Anbindung des Themas an Protagonisten, die Notwendigkeit, Konfliktstrukturen einzubauen u.a.m. wird in einer Kritik der neueren Formate des Dokumentarfilms oft als „Verspielfilmung“ bezeichnet. Dass damit eine Abkehr von „reineren“, authentischeren und dokumentarischeren Formen beklagt wird, ist evident. Zur Auflösung des Feldes des Dokumentarischen werden meist auch neuere (Fernseh-)Formate wie Docu-Drama, Docu-Soap und Docu-Fakes gerechnet; auch die Diskussion solcher Tendenzen wie „Infotainment“ oder „Histotainment“ gehört in den Horizont dieser Thematik. Gemeint ist im Vorwurf der Verspielfilmung immer eine formal bedingte und zugleich kaum auszugleichende Abwendung von politischer, ökonomischer und ideologischer Analyse und die gleichzeitige Interpretation des Dargestellten in Kategorien populärer (Fernseh-)Fiktion („Verseifenoperung“).                 

Literatur: Wolf, Fritz: Fiktionalisierung des Dokumentarischen. Der Trend zu Docutainment und Serialisierung. In: Dokumentarfilm im Umbruch.  Kino - Fernsehen - neue Medien. Hrsg. v. Kay Hoffmann u. Peter Zimmermann. Konstanz: UVK 2006, S. 125-139.