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Verwertungskette

auch: Filmverwertungskette, Filmauswertung

Die Filmverwertungskette beschreibt, in welcher Reihenfolge ein fertiggestellter Film bei einer vollständigen Auswertung – also unter Berücksichtigung aller Einnahmemöglichkeiten in der finanziell ertragreichsten Reihenfolge – erscheint. Die Präsentation eines Films auf Filmfestivals erfolgt in der Regel vor dem Kinostart und wird nicht zur Verwertungskette gezählt. Die traditionelle Verwertungskette besteht in der Folge (1) Kinoauswertung (theatrical window), (2) Verleih von DVDs und Videos (heute [Stand: 2018] fast nicht mehr genutzt; engl.: video window), (3) Verkauf von DVDs und Videos, (4) Auswertung im Pay-TV (pay-TV window) und (5) im Free-TV (broadcast TV window). Die Erlöse stammen traditionellerweise zu ca. 25% aus der Kino-, zu 40% aus der DVD/Video- und zu 25% aus der Fernsehauswertung. Die Reste stammen aus anderen Auswertungsformen (Vermarktung der Filmmusik, Merchandising, Franchisevergaben u.ä.). Die Zeitfenster zwischen den Verwertungsformen von Kino über Bilddatenträger bis zu Fernsehen müssen so gewählt sein, dass jeweils höchst mögliche Einnahmen erzielt werden (sie sind manchmal bei mit öffentlichen Geldern geförderten Produktionen vertraglich im vorhinein vereinbart).

Die Dauer der Verwertungsfenster variiert von Fall zu Fall und ist seit den 1990ern in Bewegung: Filme, die zur Direktauswertung auf Datenträgern (Direct-to-Video, Direct-to-DVD) produziert werden, kalkulieren die Fenster anders als Filme im normalen Verleih; neue Angebotsformen wie Video-on-Demand-Portale  induzieren neue Schritte in der Folge, die als Streaming-Dienste die Filme möglicherweise langfristig im Angebot behalten. 

Referenzen