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very special episode

Very special episode entstammt dem amerikanischen Serienmarketing und bezeichnet – oft in Sitcoms – eine Serienfolge, die sich mit emotional beladenen oder sogar verbotenen Gegenständen des Alltagslebens beschäftigt (Drogengebrauch, Sex mit oder unter Minderjährigen, Bulimie und ähnliches, aber auch Epilepsie oder Rassismus). Meist steht eine Figur das Problem, die nicht zum Kernensemble der Serie gehört (sie tritt meist auch nur in dieser Folge auf). Am Ende kommt es typischerweise zu einer Läuterung der Figur (und zu einer Belehrung der Zuschauer); manchmal wird im US-Fernsehen sogar die Nummer eines Beratungsdienstes eingeblendet. Die Mischung von Komödie und Drama entstand in den 1980ern (ebenso wie die Bezeichnung). Einige Serien wie Touched by an Angel (1994-2003) oder Joan of Arcadia (2003-05) bestehen fast nur aus very special episodes, tragen am Ende immer eine Botschaft. Derartige Folgen finden sich aber auch in anderen Komödien-Serien. Zum eigenen Typus eines „belehrenden Fernsehens“ wurde der Episodentypus in Zeichentrickserien wie der Fox-Produktion Family Guy (1999ff) oder der PBS-Kinderserie Arthur (1996ff). So ernsthaft manche very special episodes vorgetragen wurden, so sehr lud der Typus zur Parodie ein; The Drew Carey Show (1995-2004) etwa behandelte in der Folge A Very Special Drew (17.5.2000) in 30 Minuten eine ganze Reihe von Very-Special-Motiven, von Kleptomanie, Ess-Störungen, Obdachlosigkeit bis zu Analphabetismus.

Literatur: McWilliams, Amy: Genre Expectation and Narrative Innovation in Seinfeld. In: Seinfeld: Master of Its Domain: Revisiting Television's Greatest Sitcom. Ed. by David Lavery & Sara Lewis Dunne. New York: Continuum 2006, S. 77-88. (