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Video II

Die Video-Kameras der 1980er und 1990er Jahre erhielten nach und nach auto­matische Blenden- und Schärfen­ein­stellung (Auto­focus), Weißabgleich (Anpassung der Farb­temperatur an die Licht­ver­hält­nisse) und Ein­blend­möglich­keiten (Fader für Bild und Ton). Parallel zum Amateursektor etablierten sich im semiprofessionellen Bereich die Formate U-matic und SVHS sowie für die pro­fes­sionelle Anwendung Betacam, M2 und DVCAM. Letztere hat inzwischen ihren Siegeszug in allen Anwendungsgebieten angetreten: Kleine digitale Camcorder sind einerseits auch für private Nutzer er­schwing­lich geworden, anderer­seits finden sie – seit ihrer Verwendung in den dänischen DOGMA 95-Filmen (seit 1998) – selbst in Fernseh- und Kinoproduktionen Anwendung. Damit ist das Ende der Magnetband-Video­kassette eingeläutet worden. Heutzutage dient Video im privaten Bereich als Foto­apparat für bewegte Bilder, im Kino produktionstechnisch als Stilmittel und distributiv als Medium der sekundären Verwertung von Kassenschlagern.
Die Ausstattung der DV-Kameras mit digitalen Schnittstellen macht mittlerweile die Archi­vierung, Be­arbeitung und Präsen­tation von „Film als Software“ am Computer möglich. Auch die Distribution von Film soll reformiert werden: Das seit der Einführung des Privat­fern­sehens rückläufige Video-Verleih­geschäft soll laut Presseberichten in den USA in absehbarer Zeit durch Weg­werf-CDs mit zeitlich limitierter Ab­spiel­barkeit ersetzt werden, um den Kunden die Rück­gabe in der Videothek zu ersparen. Die derzeit noch recht beliebte Video-Kaufkassette ist dagegen zusehends der Medien­konkurrenz mit digitalen Speichermedien wie der DVD ausgesetzt. Das als Speicher­medium fürs Fernsehen entwickelte Videoband ist augen­schein­lich am Ende seiner Entwicklung angekommen. Die Distribution digitaler Video-Filme über das Internet ermöglicht indes neue Wege der Distribution.