Metainformationen zur Seite
  •  

Vitascope / Edison Vitascope

Das Edison Vitascope hatte seine Premiere am 23.4.1896 in der Koster & Biall‘s Music Hall in New York. Obwohl der 35mm-Filmvorführapparat von der Firma Raff & Gammon unter dem Namen „Edison“ verkauft wurde, war er nicht von Edison, sondern von dem Erfinder Thomas Armat erfunden worden. Dieser hatte in Zusammenarbeit mit seinem Kommilitonen C. Francis Jenkins an der Bliss School of Electricity im Mai 1895 einen Projektor entwickelt, den sie Phantascope nannten und auf einer Ausstellung in Atlanta im September 1895 vorstellten. Doch es kam zum Zerwürfnis zwischen den beiden, wobei jeder das Recht auf den Apparat beanspruchte und sie ihn unabhängig voneinander weiterentwickelten und verbesserten. Jenkins zeigte sein Phantoscope am 12.12.1895 am Franklin Institute in Philadelphia. Die Maschine beruhte auf der Guckkasten-Technologie des Edison Kinetoscopes, wobei Armat mit seiner Weiterentwickelung, die auf den Namen Vitascope umgetauft wurde, tatsächlich in die Serienproduktion gehen konnte. Das Vitascope projizierte die Edison-Kinetoscopefilme, die in der Black Maria produziert worden waren, wie z.B. Barbershop Scene und Serpentine Dance. Doch Abnehmer für den Apparat fanden sich nur wenige – besonders nicht in Europa: Die Konkurrenz durch den Lumière-Cinèmatographe und den von Robert Paul in England erfundenen Theatrografen war zu groß.

Literatur: Deac Rossell, Living Pictures. The Origins of the Movies. Albany: State University of New York Press 1998, S. 120ff.