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Voice of God

(1) Die körperlose Stimme eines extradiegetischen Erzählers wurde im amerikanischen Dokumentarfilm der 1930er und 1940er Jahre als The voice of God bezeichnet und war fast ausnahmslos männlichen Sprechern vorbehalten. Beispiele sind Coal Face (1936, Alberto Cavalcanti) und Night Mail (1936, Basil Wright, Harry Watt). Die neuere Kritik hat Tonfall und kommunikative Rolle der Voice-of-God narration als patriarchalisch, ethnozentrisch und manipulativ angegriffen; dagegen wurde eine klare Kenntlichmachung persönlicher Position und Meinung (wie in den Filmen von Michael Moore) oder eine Repräsentation der diskursiven Vielfalt von Haltungen, Meinungen und Ansichten (wie in den vielen Stimmen in den Filmen von Trinh T. Min-ha) gefordert.
(2) Im Amerikanischen scherzhafte Bezeichnung für einen männlichen Sprecher oder Ansager mit einer besonders tiefen Stimme bzw. für eine elektronisch entsprechend modulierte oder verzerrte Stimme. 
 

Referenzen