Metainformationen zur Seite

Wahrnehmungsvertrag (1)

engl.: collection agreement, administration agreement

Ein sogenannter Wahrnehmungsvertrag ist ein kollektiver Vertrag zwischen Urhebern und Rechtsverwertungsgesellschaften zur Übertragung der Rechte und Ansprüche von individuellen Urheber‑ und Leistungsschutzrechten durch Abtretung. Rechtsverwertungsgesellschaften sind demnach Treuhänder des privaten und zugleich staatlichen Rechts, ähnlich wie Rechtsanwälte. Bedingt durch die neuen elektronischen Kommunikationstechnologien ist die Kollektivierung der Urheberrechtsverwertung zeitnotwendig geworden, da einzelne Urheber nach der Veröffentlichung ihres Werkes dem Missbrauch ihrer Rechte meist schutzlos ausgeliefert sind. In Deutschland werden Rechtsverwertungsgesellschaften staatlich kontrolliert (Urheberrechtswahrnehmungsgesetz). Zu den wichtigsten Verwertungsgesellschaften in Deutschland zählen die GEMA, die VG Bildkunst, die VFF Verwertungsgesellschaft der  Film‑ und Fernsehproduzenten oder die VG Wort.

Literatur: Haupt, Stefan / Bartram, Jens (Hrsg.): Urheberrecht für Filmschaffende. Einführung in die Urheber‑ und Vertragsfragen. München [...]: Verlag Medien und Recht 2008. – Hiestand, Thomas: Der Wahrnehmungsvertrag. Bern: Stämpfli 1994.