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weibliche Gangs

im journalistischen Sprachgebrauch selten: Gangsterinnengang (als Wortspiel über „Gang“ und „Gangster“)

In der Geschichte des Gangsterfilms waren Frauen meist Begleiterinnen der männlichen Gangster – durchaus (als „fatale Frauen“) intrigant und kriminogen, aber selten gewalttätig. Sind sie selbst Gangster, arbeiten sie als Einzeltäter (wie in Gloria , USA 1980, John Cassavetes, oder in Jackie Brown, USA 1997, Quentin Tarantino), beginnend als „Gangsterbräute“ und erst später aktiv krtiminelle Taten planend. Selten nahmen Frauen in Gangsterbanden zentrale Rollen ein (wie etwa in Bloody Mama , USA 1970, Roger Corman, über die historische Figur der Ma Baker, die am Ende des Films mit ihren vier Söhnen erschossen wird; in der Nachfolge entstanden Filme wie Big Bad Mama , USA 1974, Steve Carver, über eine bankberaubende Mutter und ihre Töchter). Erst der Exploitationfilm Faster, Pussycat! Kill! Kill! ( Die Satansweiber von Tittfield , USA 1965, Russ Meyer) etablierte die Frauengang als Inkarnation eines nicht weiter begründeten Bösen; kurioserweise enthielt der Film einen Prolog über das Thema „Frauen und Gewalt“. Set It Off (USA 1996, F. Cary Gray) handelt von vier jungen Frauen, die eher zufallsgesteuert zu Bankräuberinnen werden (und bis auf eine dabei umkommen).   Bandits (BRD 1997, Katja von Garnier) wandelte das Thema und erzählte die Wandlung vierer krimineller junger Frauen zu einer erfolgreichen Musikband (mit einem surreal anmutenden Schluss). Gänzlich zur Komödie wird das Thema in Lars Büchels Film Jetzt oder nie - Zeit ist Geld (BRD 2000) gewendet: Drei alte Frauen rauben eine Bank aus, um sich den Traum von einer gemeinsamen Schiffsreise erfüllen zu können.

Im amerikanischen Kino der 2010er werden Frauengangs üblicher; man denke an Filme wie Bitch Slap (USA 2009, Rick Jacobson), den Heist-Film Ocean‘s 8 (USA 2018, Gary Ross), der die Reihe der Ocean -Filme mit George Clooney fortsetzte (nun in weiblicher Ausfertigung, mit Sandra Bullock in der Rolle der titelgebenden Leitfigur), oder an Widows (USA 2018, Steve McQueen). Gerade die beiden letzteren Filme lösten eine Kritik am Nebengenre aus, das die Wertorientierungen des (von männlichen Akteuren dominierten) Gangsterfilms nur reproduziere, ohne sie neu zu fassen oder zu reflektieren.

Referenzen