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Weltfilm GmbH

Das Filmkartell „Weltfilm“ GmbH war eine Filmgesellschaft mit Sitz in Berlin, die proletarische Filme produzierte. Das Unternehmen wurde 1928 von der Internationalen Arbeiterhilfe gegründet. Personell war es eng mit der Prometheus Film verflochten. So wurde die „Weltfilm“ zeitweilig vom Gründer der Prometheus, Emil Unfried, geleitet; die Produzenten waren Willi Münzenberg und der Schriftsteller Leo Lania. Die „Weltfilm“ produzierte hauptsächlich kurze kommunistische Dokumentar- und Propagandafilme, meist mit Albrecht Viktor Blum oder Phil Jutzi als Regisseur. Jutzi inszenierte für die „Weltfilm“ auch den dokumentarischen Spielfilm Ums tägliche Brot (aka: Hunger in Waldenburg, 1928/29), einen hauptsächlich mit Laiendarstellern gedrehten Film über das Arbeiterelend in dem niederschlesischen Bergbaugebiet Waldenburg. Dieser Film, der als erster wichtiger proletarischer Reportagefilm Deutschlands gilt, wurde vom Volks-Film-Verband finanziert, zu dessen Organisatoren Heinrich Mann, Béla Balázs, Käthe Kollwitz, Erwin Piscator und G.W. Pabst zählten. Über ihre Produktionsarbeit hinaus war die „Weltfilm“ auch als nicht-kommerzieller Verleih für Produktionen der Prometheus Film, ausgewählte sozialkritische Filme bürgerlicher Produktionsgesellschaften sowie für sowjetrussische Spiel- und Dokumentarfilme tätig. Mit der Machtübernahme durch die Nazis musste die Weltfilm 1933 ihre Arbeit einstellen.

Beispielhafte Filme: Hunderttausende im Kampf (1928, Albrecht Viktor Blum); 1. Mai – Weltfeiertag der Arbeiterklasse (1929, Phil Jutzi; Dokumentarfilm); Tatsachen (1930, Albrecht Viktor Blum; Kompilationsfilm).

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