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Weltkino

cf. kosmopolitisches Kino;

Literatur: Deshpande, Shekhar A. / Mazaj, Meta: World cinema. A critical introduction . London/New York: Routledge, Taylor & Francis Group 2018. – Nagib, Lúcia [...] (ed.): Theorizing world cinema . London/New York: I.B. Tauris 2012. – Stone, Rob [...] (eds.): The Routledge companion to world cinema . London/New York: Routledge, Taylor & Francis Group 2018.

(1) engl. des öfteren: world cinema ; manchmal auch: international cinema (in Abgrenzung vom englischsprachigen Kino); selten auch: global cinema

Sammelbezeichnung für alle nationalen Filmproduktionen weltweit. In dieser Auslegung gehören alle nationalen Ausprägungen der Filmgeschichte zur übergreifenden Geschichte des Weltkinos. Manchmal wird die Extension des Begriffs (analog der Redeweise von der „Weltliteratur“) eingeschränkt auf jene Werke, die ungeachtet ihrer nationalen Herkunft internationale Beachtung fanden und finden, sich so zu einer Geschichte des „ästhetisch anspruchsvollen Kinos“ zusammenschließen. (HJW)

(2) cf. Transkulturalität;

Eher naive Vorstellung, dass unter der Dominanz der amerikanischen Filmindustrie ein hegemoniales Prinzip entstanden sei, das in allen nationalen Filmproduktionen wie ein übernationales Diktat gelte – als letztlich kommerzielles Prinzip von Produktion und Distribution, vor allem aber als Modell des Erzählens, der Dramaturgie, der Steuerung der Emotionalität der Rezeption sowie als leitende Vorstellung des ideologischen Verhältnisses der Werte. Als Filme zählen all jene zum „Weltkino“, die für Publika in allen Regionen der Welt zugänglich sind (und dort auch ausgewertet werden). Ihnen werden oft „politische Filme“, die anderen narrativen und ideologischen Programmatiken verpflichtet sind und die die des „Weltkinos“ kritisieren oder dekonstruieren oder die andere innovative Erzählformen erproben, entgegengesetzt. (AS/HJW)

(3) cf. Drittes Kino III: Postkolonialismus;

Gelegentlich als Bezeichnung für Nicht-Hollywood-Filme, insbesondere solche aus ehemaligen Kolonialstaaten (Großbritannien, Frankreich, Portugal etc.), die sich mit nationaler Geschichte, postkolonialen Themen und der Revision der historischen Erzählung des Kolonialismus befassen. (HHM)

(4) Die Weltkino Filmverleih GmbH, mit Firmensitz in Feldafing und Leipzig, ist eine deutsche Verleihfirma für deutschsprachige und internationale Kinofilme, die im Dezember 2012 durch Michael Kölmel und Dietmar Güntsche als Nachfolger der 2001 insolventen Kinowelt AG gegründet wurde. Der Schwerpunkt und die inhaltliche Ausrichtung liegt dabei auf dem Erwerb von Gewinnerfilmen großer europäischer A-Filmfestivals ergänzt um kommerziell ausgerichtete Spielfilme sowie deutschsprachige Filmproduktionen. (W/HHM)