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Western: Trapperwestern

Seltene Variante des Western, in deren Mittelpunkt Jäger und Fallensteller stehen. Selten wohl deshalb, weil der Trapper typischerweise nicht gegen die Indianer kämpft, sondern mit ihnen in der Wildnis koexistiert und auch sonst wenig Konflikte auslöst. Der Trapper ähnelt in vielem dem Abenteurer – auch dieser ist ein Grenzgänger, der nicht mehr vollständig der Sphäre der bürgerlichen Zivilisation angehört, der sich vielmehr der Fremde adaptiert, möglicherweise ein selbstbestimmtes Leben versucht, oft in Mischbeziehungen lebt (man denke an die Zwischenstellung, die Jeremiah Johnson, 1971, Sidney Pollack, innehat). In manchen Fällen sind Trapper und Abenteurer sogar über die Grenze gegangen, sind zu „anderen“ geworden. Derartige Konversionen gehen über die reine Adaption an das Leben in der Wildnis und an der Grenze zur zivilisierten Welt von Geschäft, Recht und Ordnung weit hinaus - hier wird der Trapper/Abenteurer zu einem Fremden, verläßt den Kreis der Zivilisation, stellt sich auf die andere Seite. Vertrautheit mit der Fremde geht über in die Einheit mit dem Fremden, und sei es um den Preis der angestammten Identität. Daß derartige Filme vor allem zu Zeiten der Kritik der weißen Landnahme des Westens entstanden, nimmt nicht wunder. Ein berühmtes Beispiel ist A Man called Horse (1970, Elliot Silverstein), ein anderes Little Bigman (1970, Arthur Penn), in dem der Held gleich mehrfach die Seite wechselt; noch Dances with Wolves (1990) fußt auf diesem Motiv. Ein früher Fall ist The big Sky (1952, Howard Hawks) – hier entscheidet sich einer der Reisenden, bei den Indianern resp. bei seiner Liebsten zu bleiben. Im Untergrund all dieser Beispiele ist eine kulturelle Auseinandersetzung spürbar, die im Fremden das Bessere im eigenen Ich findet – Konversion ist dann die Überwindung von Konventionalität und Zwangsherrschaft, von Entfremdung und Unterdrückung, von Eitelkeit und Hochmut. So, wie der „edle Wilde“ dem zivilisierten Menschen gegenübersteht, steht der Konvertit einem gewesenen Sein der eigenen  Person entgegen. Konversionen sind Ausdruck von Bildungsprozessen, von Entwicklungen der Persönlichkeit. In den meisten Subgenres des Western sind Trapper Hintergrundfiguren, alte und schrullige Einzelgänger, die für humoristische Einlagen sorgen.