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white flannel films

dt. etwa: Filme mit Anzügen aus weißem Flanell(stoff)

Gelegenheitsbezeichnung für eine Gruppe meist englischer Filme, die zu den heritage movies gehören und die die weißen Flanellanzüge der (meist bourgeoisen oder adeligen) männlichen Hauptfiguren zur Namengebung des Minigenres nutzen. Insbesondere die Filme von James Ivory (unter ihnen ganz besonders A Room with a View, Großbritannien 1985) inszenieren die Sozialwelt einer gewissen englischen Herrschaftsschicht unter genauer Beachtung der Modekonventionen; oft klaffen der durch die Kleidung signalisierte Herrschafts- und der damit einhergehende Anspruch auf Distinguiertheit und Selbstkontrolle in der Erzählung der Filme auseinander; und ebenso oft deuten die Anzüge ein Realitätsverhältnis der Figuren an, in dem die Selbstdarstellung wichtiger ist als eine verstehende Aneignung des Wirklichen. Zu den Filmen der Gruppe gehören neben den Merchant-Ivory-Filmen etwa auch Hugh Hudsons Greystroke: The Legend of Tarzan, Lord of the Apes (1984) und Chariots of Fire (1981), aber auch französische Kolonialismus-Filme wie Claude Berrris Jean de Florette (1986) oder Yves Roberts La gloire de mon père (1990).

Literatur: Higson, Andrew: English heritage, English cinema. Costume drama since 1980. Oxford [...]: Oxford University Press 2003.