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Widerstand

(1) Im weiteren Sinn die im Untergrund organisierte Gegnerschaft gegen eine als diktatorisch oder verfassungswidrig empfundene, oft als totalitäres Regime funktionierende Macht. Während aktiver Widerstand den Sturz des Regimes durch Gewalt, Guerilla oder sogar Terrorismus vorantreibt, konzentriert sich der passive Widerstand auf zivilen Ungehorsam und politische Streiks.
(2) Im engeren Sinn sind die Widerstandsgruppen gemeint, die sich in den 1920er und 1930er Jahren sowie während des Zweiten Weltkriegs gegen den Faschismus und den Nationalsozialismus in Europa gewehrt haben. Zu ihnen gehören u.a. die Résistance in Frankreich, die Weiße Rose und der Kreisauer Kreis in Deutschland, die Cetnici in Jugoslawien; allerdings darf der gemeinsame Nenner des Antifaschismus nicht über die erheblichen politischen Divergenzen zwischen den einzelnen Gruppierungen hinwegtäuschen. Im Film erscheint das Motiv vor allem in Politthrillern und Doku-Dramen zur Zeitgeschichte, in Biopics, Gruppen- und Doku-Porträts über einzelne Widerstandskämpfer und -kämpferinnen (z.B. die Geschwister Scholl) sowie generell im Neorealismus. Zum Themenkreis des Widerstands gehört auch der Partisanenkrieg. Zu den Instrumentarien des Widerstands gehören u.a. die Sabotage, manchmal sogar das Attentat (wie der Anschlag auf Heydrich – verfilmt in Hangmen Also Die, USA 1943 – zeigt).
Der Befreiungskampf hat zwar dieselben Ziele hat wie der Widerstand, ist aber ein Massenphänomen, das nicht im Untergrund stattfindet, weniger organisiert ist und insgesamt dem Phänomen der Revolution näher steht als dem des Widerstands.

Beispiele: Roma Citta aperta (Italien 1943-1945, Roberto Rosselini); Paisà (Italien 1946, Roberto Rossellini); Die weiße Rose (BRD 1982, Michael Verhoeven); Magyar rekviem (BRD/Ungarn 1990, Károly Makk); Grüningers Fall (Schweiz 1997, Richard Dindo).

Referenzen