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Wien-Film

Die Wien-Film ist 1938 aus der Umwandlung der Tobis-Sascha-Filmindustrie hervorgegangen. Während der ersten Kriegsjahre war sie eine äußerst erfolgreiche Produktionsfirma für Spiel- und Kulturfilme. Gedreht wurden Unterhaltungs-Filme wie Anton der Letzte (1939), Operette (1940), Der Postmeister (1940) und Schrammeln (1944), aber auch zahlreiche Propagandafilme, darunter Heimkehr von Gustav Ucicky mit Paula Wessely oder Wien 1910 und Leinen aus Irland. 1943/44 bekam die Wien-Film das bis dahin der Ufa vorbehaltene Recht, Farbfilme zu drehen. Die Firma blieb über das Kriegsende hinaus erhalten. Sie produzierte weiterhin Kultur- und Spielfilme (zu den bekannteren rechnen Wiener Mädeln, 1949; 1. April 2000, 1952; Hannerl, 1952). Nach dem Staatsvertrag ging die Wien-Film 1955 in Bundesbesitz über. Die Eigenproduktionen entwickelten sich immer mehr zu Verlustgeschäften, die Vermietung der Ateliers auf dem Rosenhügel für ausländische Produktionen (die Firma kooperierte u.a. mit Disney) brachte keine ausreichenden Einnahmen. 1985 wurde die Firma als staatliche Gesellschaft aufgelöst, erhalten blieb nur eine Firma zur Verwertung und Bewahrung früherer Produktionen.

Literatur: Büttner, Elisabeth / Dewald, Christian (Hrsg.): Anschluß an Morgen. Eine Geschichte des österreichischen Films von 1945 bis zur Gegenwart. Salzburg/Wien: Residenz Verlag 1997. – Büttner, Elisabeth / Dewald, Christian (Hrsg.): Das tägliche Brennen. Eine Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen bis 1945. Salzburg/Wien: Residenz Verlag 2002. – Prucha, Martin: Agfacolor und Kalter Krieg. Die Geschichte der Wien-Film am Rosenhügel 1946-55. In: Ohne Untertitel. Fragmente einer Geschichte des österreichischen Kinos. Hrsg. v. Ruth Beckermann u. Christa Blümlinger. Wien: Sonderzahl Verlag 1996, S. 53-80.