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WIP film

akronymes Abkürzungswort für engl. „women-in-prison film“, d.h. für den sogenannten „Frauengefängnisfilm“; auch: WiP Film;

Oft sexistisch eingefärbte Variante des Gefängnis- und Lagerfilms, die die besondere Lebenssituation in einem Gefängnis oder Lager nur für Frauen und die damit verbundenen tatsächlich vorhandenen oder vermuteten Probleme (soziale Rang- und Hackordnung, Bandenbildung, lesbische Liebe, Ausbeutung, Gewalt, Sadismus, Vergewaltigung, Verhältnis zum Wachpersonal, Aufruhr und Fluchtversuche) thematisch nutzt. Das Spektrum der Darstellung reicht dabei vom sozialkritischen Film über gezielt eingesetzte sadomasochistische Sexploitation wie in Frauen für Zellenblock 9 (Schweiz 1977, Jesus [Jess] Franco) oder Joe D’Amatos pornografisches Penitenziario femminile (Italien 1995), Blaxploitation wie z.B. in der Roger-Corman-Produktion Women in Cages (USA 1971, Gerry de Leon, mit Pam Grier) und Naziploitation (Ilsa, She Wolf of the SS, USA 1974, Don Edmonds) über experimentelle Stil- und Regieübungen bekannter Regisseure (Caged Heat, USA 1974, Jonathan Demme) bis zu Parodien wie im Hühner-Gefängnis des Claymation-Films Chicken Run (Großbritannien 2000, Peter Lord & Nick Park). Die TV-Serie Hinter Gittern – Der Frauenknast (1997-2004ff) belegt das bleibende Interesse eines größeren Publikums an dem Subgenre.

Literatur: Mayne, Judith: Framed: lesbians, feminists, and media culture. Minneapolis: University of Minnesota Press 2000, S. 115-146: "Caged and framed: the women-in-prison film". – Williams, Melanie: Women in prison and women in dressing gowns: rediscovering the 1950s films of J. Lee Thompson. In: Journal of Gender Studies 11, 2002, S. 5-15. – Materialien: http://www.prisonflicks.com.

Referenzen