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Wochenschau: Entwicklung nach 1945

In der sowjetischen Besatzungszone entstand ab 1946, initiiert von Kurt Maetzig, Der Augenzeuge. Aus den Wochenschauen der Westalliierten, die diese nach dem Kriege in Deutschland produzierten (Blick in die Welt, Welt im Film, Welt im Bild) entstanden ab 1950 deutschen Wochenschauen, u.a. die Neue Deutsche Wochenschau (NDW), ab 1956/57 auch die Ufa-Wochenschau, aus der dann später Ufa-Dabei wurde, während sich die NDW in Zeitlupe umbenannte. Als einzige ausländische Wochenschau hielt sich die deutschsprachige Fox Tönende Wochenschau neben den deutschen Produktionen. Die meisten westdeutschen Wochenschauen wurden seit den 1950er Jahren von der mehrheitlich im Bundesbesitz befindlichen Deutschen Wochenschau GmbH in Hamburg-Rahlstedt hergestellt. Nach 1945 gab es sogar „Aktualitätenkinos“ (Akis), die ausschließlich Nachrichten- und Kulturfilme zeigten.
Die Verbreitung des Fernsehens und seiner Nachrichtenformen führten zunächst zu einer veränderten Präsentation (vor allem längere Beiträge) der deutschen Wochenschauen, die Wochenschau konnte jedoch nie so aktuell sein wie das Fernsehen. Das Kinosterben in den sechziger und 1970er Jahren führte zu einem starken Rückgang der von den Kinos abonnierten Wochenschauen. Wurden in den besten Zeiten wöchentlich über 1000 Kopien gezogen und von Hamburg aus bundesweit verschickt, waren es 1977 noch 163 Kopien. 1967 endet die amerikanische Universal Newsreel, 1977 erschienen die letzten Ausgaben der westdeutschen Ufa-Dabei und der Zeitlupe, wenige Jahre später wurde auch Der Augenzeuge in der DDR eingestellt. Das (auch bislang noch nicht gesendete) Wochenschau-Material kann heute von einem perfekt aufbereiteten Wochenschau-Archiv (bei der Fa. Cinecentrum) für historische Dokumentationen bezogen und eingesetzt werden.