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*wood

etwas erweitert: *ywood

Dass Hollywood das industrielle, ökonomische und symbolische Zentrum der Weltfilmproduktion gewesen ist, steht außer Frage. Zahlreiche neue Standorte von Studios und Produktionsfirmen haben spielerisch Bezüge zu Hollywood hergestellt, indem sie unter Namen kursierten, die durch die Endung *wood auf den Anspruch pochten, Produktionsorte des Films von Rang zu sein. Sicherlich am bekanntesten (und ältesten) ist Bollywood als Bezeichnung des größten indischen Standortes in Mumbai. So ironisch die Bezeichnung auch war, wurde sie zum Vorbild für zahlreiche andere *woods .

Auffallend ist, dass neben den verschiedenen Sprachvarianten des indischen Kinos vor allem die wachsenden afrikanischen Filmindustrien mittels der Wortbildungsregel *wood bezeichnet werden. Dass die Bezeichnungen fast immer dem Marketing der nationalen Film- und Video-Industrien dienen und durchaus marktschreierischen Charakter haben, sollte erkennbar sein.

Die folgende Liste gibt einen Überblick:

Bollywood: indische Filmproduktion in Mumbai; Filme in Hindi

cf. Bollywood;

Bongowood: Filmproduktion in Tansania

Coastalwood: indische Filmproduktion der Küstenregion Karnataka bzw. Tulu Nadu; Filme in Tulu

cf. Tulu cinema;

Chhollywood: indische Filmproduktion in  Chhattisgarh; Filme in Chhattisgarhi

cf. Chhollywood;

Chollywood: peruanische Filmproduktion

Collywood: Filmindustrie in Kamerun; Filme in Englisch

Coastalwood: indische Filmindustrie; Filme in Tulu

cf. Tulu cinema;

Darwood: Filmproduktion Tansanias in Daressalam

Deccanwood (auch: Dollywood): indische Filmproduktion in Hyderabad; Filme in Urdu, Dakhini, Hindustani

cf. Deccani film;

Dhaliwood: Filmindustrie von Bangladesh

Dhollywood (manchmal auch: Gollywood): indische Filmproduktion in Gujarat; Filme in Gujarati

Ghallywood: ghanaische Filmproduktion

cf. Ghallywood;

Ghollywood: ghanaische Filmproduktion

Hallyuwood: südkoreanische Filmproduktion; nach der Bezeichnung hallyu (= neue Welle)

Hillywood: Filmindustrie in Ruanda

Indiewood: Bezeichnung für die Produktionssphäre, die zwischen Hollywood und dem unabhängigem Kino entsteht

cf. Indiewood;

Jollywood: Filmproduktion in der indischen Provinz Assam in Guwahati/Nagpuri; Filme in Assamese und Dialekten

Jollywood: südafrikanische Filmproduktion in Johannesburg

Kaliwood: nepalesische Filmindustrie in Kathmandu; gelegentlich auch Kollywood

Kanywood (auch: Kannywood): nigerianische Filmindustrie in Karo

Kariwood: pakistanische Filmindustrie in Karachi

cf. Kariwood;

Kollywood: indische Filmproduktion in Chennai; Filme in Tamil; gelegentlich mit „Kaliwood“ zusammen

cf. Kollywood;

Lollywood: pakistanische Filmindustrie in Lahore; Filme in Urdu und Punjab

cf. Lollywood;

Mollywood: indische Filmindustrie in Kerala; Filme in Malayalam

Mollywood: mormonische Filmproduktion in den USA

cf. Mormon cinema;

Nollywood: nigerianische Filmindustrie in Lagos

cf. Nollywood;

Ollywood: indische Filmindustrie in Orossa; Filme in Oriya

Pollywood: indische und pakistanische Filmproduktion; Film in Punjab

Pollywood (selten auch: Pillywood, Pilliwood): pashtunische Filmproduktion in Pakistan; Filme in Pashtunisch

cf. Pilliwoood;

Riverwood: kenianische Filmindustrie in Nairobi; nach der Straße, an der die meisten Firmen logieren

Sandalwood: indische Filmproduktion in Karnataka; Filme in Kannada

cf. Kannada cinema;

Sollywood y.: pakistanische Fuilmproduktion; Filme in Sindhi

Sollywood: Film Industrie Sierra Leones

Somalihood: exilsomalische Filmproduktion in Columbus, Ohio

cf. Somalihood;

Swahiliwood: Filmindustrie Tansanias; Filme in Suaheli

cf. Swahiliwood;

Tollywood: indische Filmproduktion in Andrha Pradesh und anderen Orten Telanganas ; Filme in Telugu

cf. Tollywood;

Ugawood: ugandische Filmindustrie; Filme in Luganda und Englisch

Wakaliwood: ugandische Filmindustrie in Wakaliga (ein Slum in Kampala)

cf. Wakaliwood;

Wellywood: neuseeländische Filmproduktion in Wellington

cf. Wellywood;

Zollywood: Filmindustrie Zimbabwes

Daneben finden sich auch Firmennamen nach dem gleichen Wortbildungsmuster (ein Beispiel ist Sollywood Film Productions aus dem südafrikanischen Kwa-Zulu Natal); Leblay brachte sogar eine Kamera mit der Bezeichnung Ol'Ywood auf den Markt (1925). Auch in der Stadtwerbung wird manchmal auf Städte als Drehorte hingewiesen (wie in Görliwood für das deutsche Görlitz). Als Nutzungsbezeichnung (wie in Rolliwood / Rollator) ist die Wortbildung selten.

cf. Görliwood; Rolliwood;