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Wüste

Schauplatz und Motiv, dessen visuelle und symbolische Reize immer wieder für den Film genutzt worden sind und die sich im Spannungsfeld von atemberaubender Schönheit und todbringender Leere bewegen. Der Stellenwert der Wüste variiert allerdings von Film zu Film: Sie kann geschmäcklerisch fotografierte Kulisse sein, vor deren Hintergrund schillernde Geschichten über Expeditionen und Schatzsuchen spielen; oder sie kann als Landschaft derart in den Vordergrund rücken, dass sie (stellenweise) zur Protagonistin wird, die den formalen und inhaltlichen Verlauf des Films (mit-)bestimmt. Die Bandbreite der Genres reicht vom Monumentalfilm, der in der Regel historische Themen angeht (Lawrence of Arabia, 1962, David Lean) über exotische Melodramen, die von einer tragischen Liebe erzählen (The Garden of Allah, 1936, Richard Boleslawski; Walkabout, 1971, Nicolas Roeg; The English Patient, 1996, Anthony Minghella), bis hin zu Kriegsfilmen, in deren Mittelpunkt eine Schicksalsgemeinschaft steht (Un Taxi pour Tobrouk, 1960, Denys de La Patellière; The Flight of the Phoenix, 1965, Robert Aldrich). Eine Reihe von Filmen nimmt die Wüste als globale Metapher der menschlichen Existenz, als Kondition des Lebens und des Sich-Behauptens (The Ballad of Cable Hogue, 1970, Sam Peckinpah; erinnert sei auch an die Liebesszene in Zabriskie Point, 1970, Michelangelo Antonioni).