Metainformationen zur Seite

Zeitgeschichte

Die der Gegenwart vorangehende historische Epoche. Ihre Periodisierung ist in zweierlei Hinsicht schwierig: Zum einen gilt im deutschsprachigen Raum meist das Ende des ersten Weltkriegs als Anfang der Zeitgeschichte (während in Frankreich die histoire contemporaine mit der französischen Revolution, in England die contemporary history wiederum 1832 beginnt). Zum anderen ist das Ende der Zeitgeschichte stets relativ, da es in der Gegenwart desjenigen liegt, der sich mit Zeitgeschichte beschäftigt. In filmischen Zusammenhängen ist sie ein Motiv wie andere historische Epochen auch (Prähistorie, Antike, Mittelalter). Sie umfasst Ereignisse und Strukturen, deren Zeugen oft noch leben und deren Folgen in die Gegenwart (d.h. in die Produktionszeit des jeweiligen Films) fortwirken. Filme, die sich mit der Zeitgeschichte auseinandersetzen, thematisieren etwa den Faschismus und den Nationalsozialismus, den Prager Frühling oder die Perestrojka oder überhaupt das, was als „jüngere und jüngste Geschichte“ bezeichnet wird. Wie bei jeder filmischen Inszenierung historischer Epochen dient die Vermengung von faktischem Hintergrund („der“ Geschichte) und fiktionalem Vordergrund der Steigerung an Dramatik und der Identifikation mit den handelnden Figuren.

Beispiele: Guernica (Frankreich 1950, Alain Resnais); La Caduta degli Dei (Italien/BRD 1969, Luchino Visconti); Taxidi sta Kithira (Griechenland 1984, Theo Angelopoulos); Land and Freedom (Großbritannien 1995, Ken Loach).