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Zoetrope

auch: Zoetrop, Zootrop, Wundertrommel, Schlitztrommel, Daedalum

Das Zoetrope ist eine Weiterentwicklung des Lebensrads von Simon Stampfer bzw. des Phenakistiskops von Joseph Plateau (beide 1832). Während das Lebensrad eine Scheibe zur Abbildung der Bewegung benutzte, setzte der Erfinder des Zoetropes, der englische Mathematiker William George Horner, 1834 ein bemaltes Band ein. Dieses legte er in eine oben offene Trommel mit Schlitzen, durch die der Betrachter die einzelnen Phasen als flüssige Bewegung wahrnehmen konnte, wenn er die Trommel rotieren ließ (es entstand also ein stroboskopischer Effekt). Bei Horner entsprachen sich die Anzahl der Schlitze und der Bewegungsphasen. Auf das Band der Wundertrommel passten mehr Zeichnungen als auf das Lebensrad, so dass längere Abläufe dargestellt werden konnten. Das Prinzip des Zoetropes, nach 1865 ein beliebtes optisches Spielzeug, wurde sowohl von Emile Reynaud (Praxinoskop) als auch von Ottomar Anschütz weiterentwickelt. Letzterer erweiterte die Trommel unter dem Namen Tachyskop oder Schnellseher um zwei Öffnungsreihen, wobei die eine mehr und die andere weniger Schlitze hatte, als gezeichnete Bewegungsphasen vorhanden waren. Der Betrachter sah auf diese Weise den abgebildeten Gegenstand oder Menschen sich auf der Stelle bzw. nach vorne oder nach rückwärts bewegen.

Literatur: Ristow, Jürgen: Vom Geisterbild zum Breitwandfilm. Aus der Geschichte der Filmtechnik. Leipzig: VEB Fotokinoverlag 1989.